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Leserbrief

Die «Greta-Falle»

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 18. April 2019

Da preist ein gewisser Werner Schädler vom Steg in seinem Leserbrief vom 17. April die glorreichen Errungenschaften der 68er-Bewegung und meint, Leserbriefschreiber, die sich mit dem menschengemachten Klimawandel kritisch auseinandersetzen, mit dem Totschlagargument «Ein Fass Nuklearabfall im eigenen Keller zu lagern» räsonieren zu müssen. Und er rät den Jungen der «Klima-Greta-Jugend», weiter auf die Strasse zu gehen und so wie «Nana» und «Neni» die Gesellschaft endlich wachzurütteln.
Tatsächlich gelang es den «Helden der 68er», alles zu zerschlagen, was bis dahin über Jahrhunderte Bestand hatte und Wohlstand brachte. Aber nun sind sie müde geworden. Müde, weil sie sich selber längst dicke Bäuche angefressen haben und sich an der Gesellschaft, die ihnen doch so zuwider war und die es auszurotten und zu vernichten galt, selber mästen wie die Maden im Speck. Und mehr und mehr sind diese «Helden» nicht nur Nutznies-ser der fünf gesellschaftlichen Tragödien, die schon den Römern zum Verhängnis wurden, sondern sind deren Übel selbst; nämlich: «Zurschaustellung von Wohlstand und Luxus – wachsende Kluft zwischen Arm und Reich – Exzentrische Sexualität – groteske Kunst, die sich auch noch als originell ausgibt – zunehmendes Verlangen auf Kosten des Staates zu leben.»
Man muss wahrscheinlich hinter den Bergen im Steg oben, fernab der Realität, wohnen, um nicht sehen zu können, in welches Chaos die 68er-Lichtgestalten die Gesellschaft getrieben haben.
Das Geschwätz der deutschen Kanzlerin Merkel vom Atomausstieg, von der Energiewende, vom Kohlausstieg, von einer C02-Obergrenze usw. erweist sich schon heute allgemein als Lehrstück dessen, was man als linke Unausgegorenheit wertet. Nur schwatzen und keine funktionierende Endlösung präsentieren, ist sehr einfach. Und ob ein Werner Schädler und alle Mahner seiner Couleur in ein Flugzeug, oder in ein Auto steigen, dessen Erbauer ihm sagen, man habe erst einmal die alten Erfahrungen weggeworfen, um nun ganz neu und ganz alternativ zu beginnen, ist eher fraglich.
Mahner, die sich stolz in das Schiff der Weltenretter setzen und mit ihren gierigen Fingern auf alle Zweifler zeigen, schiessen seit Greta wie Pilze aus dem Boden. Jeder will noch schnell mitschwätzen und hat für die kranke Erde ein Heilspflästerchen parat. Ob sie jedoch selber auf ihren alljährlichen Ferienflug, ihr Auto, ihren Ölofen und all die wunderbaren, im Grund jedoch tragischen Annehmlichkeiten der 68er-Befreiung verzichten, scheint eher unwirklich.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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