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Leserbrief

Freiheit im Würgegriff

Urs Kindle,Runkelsstrasse 17, Triesen | 17. April 2019

Am 11. April 2019 wurde Julian As-sange, Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, in London verhaftet. Mächtigen düsteren Kreisen war und ist Assange ein Dorn im Auge. Unter anderem, weil er vor einigen Jahren illegale Machenschaften der USA bezüglich der Kriege in Afghanistan und im Irak aufdeckte. Und: Es ist kein Geheimnis, dass gerade auch aufgrund As-sanges Enthüllungen die Präsidentschaft Hillary Clintons verhindert wurde.
Auf die Frage, was er von Julian Assanges Verhaftung halte, antwortete der ehemalige US-Geheimdienstexperte William Binney am 11. April 2019 offen und ehrlich: «Meiner Meinung nach bedeutet dies ganz einfach die Weiterführung der Machtübernahme über die Welt durch die Schattenregierungen der Welt und ihre Beziehungen international […] Es handelt sich bei der Verhaftung Assanges mit Bestimmtheit um eine Attacke gegen die freie Presse, und zwar eine direkte Attacke» (Youtube.com, «Bill Binney – former NSA – on the arrest of Julian Assange»). In einem weiteren Interview sagte Binney diesbezüglich: «Es geht (dabei) darum, die Wahrheit zum Schweigen zu bringen und die Berichte zu kontrollieren – nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt!» (Youtube.com, «William Binney […] Gornoski», 12. April 2019)
Wer ist dieser William (Bill) Binney (siehe Interviews auf Youtube.com)? Er ist das Genie, das die moderne NSA (National Security Agency), den grössten Auslandsgeheimdienst der USA, aufbaute. Mittlerweile hat sich die Sache zu einem schauderhaften System der weltweiten Massenüberwachung der Kommunikation (Telefonie, E-Mails etc.) entwickelt – was Binney in keiner Weise beabsichtigt hatte.
Als Ex-Tech-Direktor der NSA weiss Binney, was weltweit droht. Nochmals, weil so bedeutsam: Dieser rechtschaffene Geheimdienstexperte Binney spricht von «Weiterführung der Machtübernahme über die Welt durch die [globalistischen] Schattenregierungen der Welt». Es lohnt sich, sich darüber einige Gedanken zu machen.
Euronews.com berichtete am 13. April 2019: «50 000 unterzeichneten Petition für Assange – Demo in Berlin». Andere reagieren also. Und was tun wir? Unsere Regierung? Unsere Abgeordneten? Wir Bürger? Wo bleibt unser Sinn für Gerechtigkeit, unsere Solidarität? Man macht es sich allzu leicht, wenn man Assange einen Übeltäter nennt. Schauen wir stillschweigend und feige zu, wie man diesen wichtigen Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit verhaftet und wegsperrt? Die Thematik betrifft uns letztlich mehr als wir denken. Die Freiheit röchelt im Würgegriff. Weltweit.

Urs Kindle,
Runkelsstrasse 17, Triesen

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