Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Güterzüge laut BAV mit Mängeln

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 13. April 2019

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) weist auf die mangelnde Sicherheit bei Güterzügen hin. Ein Auszug aus der BAV-Mitteilung: «Die Betriebskontrollen, die das BAV bei Güterzügen durchführt, zeigen, dass bei diesen das angestrebte Sicherheitsniveau noch nicht erreicht wird. Die Bahnen, aber auch die weiteren Beteiligten wie Wagenhalter, Verlader und Instandhaltungsstellen müssen ihre Anstrengungen für einen sicheren Güterverkehr verstärken. Um dies zu erreichen, prüft das BAV zusätzliche Massnahmen.» 2018 kontrollierte das BAV fast 7000 Wagen von rund 400 Güterzügen. Die Kontrollen ergaben, dass die Qualität der Güterzüge noch nicht befriedigend ist und sich die Lage gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert hat. Die Qualität der Güterzüge verharrt auf einem insgesamt unbefriedigenden Niveau. Die Qualitätsansprüche, die sich die Branche selber gesetzt hat (über den europaweit anwendbaren Allgemeinen Vertrag für die Verwendung von Güterwagen (AVV), werden zu einem beträchtlichen Anteil nicht erreicht. Bei seinen Kontrollen entdeckte das BAV unter anderem mangelhafte Bremssohlen, Löcher in Planen der Ladeeinheiten, ungesicherte Höhenverstellungen bei Stützböcken für Sattelauflieger sowie Mängel an den Rädern. Zudem stellte das BAV erhebliche Probleme beim Bereitstellen der Daten für den Lokführer («Bremsrechnung») fest. Kontrollen beim Transport gefährlicher Güter zeigten Mängel bei den Tankkennzeichnungen beziehungsweise der Eignung der Ladeeinheit für das abgefüllte Gut sowie bei Kennzeichnungen und der Übermittlung von Daten auf. Wenn das BAV bei seinen Kontrollen Güterwagen mit nicht tolerierbaren Sicherheitsdefiziten entdeckt, verlangt es die Behebung vor Ort. Sind die Mängel wiederkehrend, fordert es vom betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen systematische Verbesserungen.
Das BAV hat Ende 2018 alle Verkehrsunternehmen über die bestehenden Probleme informiert und verlangt Massnahmen zur Verbesserung. Es wird die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und prüft weitere Massnahmen, um die Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie die weiteren beteiligten Akteure wie Wagenhalter, Verlader und Instandhaltungsstellen stärker in die Pflicht zu nehmen».
Solche Mitteilungen sind schon besorgniserregend, fahren tagtäglich nicht wenige Transit-Güterzüge Mitten durch Schaanwald, Nendeln und Schaan. Mit einem Eisenbahntunnel in durchgehender Doppelspur unter dem Schellenberg hindurch, anstelle einer FL–A–CH, würden auch diese Risiken für die Anwohner wesentlich reduziert.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung