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Leserbrief

«12 Makas im Opel Astra» – Ohne Ironie

Harry und Jackie Quaderer, Bildgass 25, Schaan | 11. April 2019

Sehr geehrter Dr. med. René Kindli
Für den von Ihnen gestern publizierten Leserbrief mit dem Titel: Nicht angebrachte Ironie: «12 Makas im Opel Astra» möchte wir uns bedanken. Sie legen klar und deutlich dar, dass es sich beim Hustensirup «Makatussin» um ein Medikament handelt, das nicht nur ein sehr gros­ses Suchtpotenzial mit sich bringt, sondern dessen Missbrauch für Kinder, Jugendliche und auch Eltern verheerend sein können. Dass Sie das «Liewo»-Interview und Aufmachung zum Anlass nahmen gegen die Gefahren von Makatussin zu wettern, ist löblich, nur aber kommen wir zur Konklusion, dass die Gefahren von suchtabhängigen Medikamenten wie Makatussin und auch anderen Opioiden seit Jahren geduldet und stillschweigend in Kauf genommen werden. Warum dem so ist? Da liessen sich wohl verschiedene Gründe nennen. Wir sind uns aber persönlich sicher, dass der pekuniäre Gedanken der Pharmaindustrie einiges an Gewicht trägt. Erst seit 2019 ist Makatussin in Apotheken «dokumentationspflichtig»! Und ja, zwischenzeitlich ist Makatussin ein «Renner» im Schwarzmarkt! Makatussin ist seit Jahrzehnten ein Problem! Das wissen nicht nur Ärzte, Psychologen, oder auch die Krankenkassen. Am allerwenigsten scheinen es die Eltern vieler Kinder zu wissen!
Im Gegensatz zu Ihnen, Dr. Kindli, und ja, wir respektieren Ihre Haltung, sind wir der Ansicht, dass das von Ihnen kritisierte «Liewo»-Interview und deren Aufmachung trotzdem etwas Positives mit sich brachte. Vielleicht hat sich der eine oder andere Leser gefragt, was zum Teufel ist denn dieses «Maka»? Viele Kinder und Jugendliche sind der modernen elektronischen Kommunikation mächtig und wissen genau um den Reiz der gefährlich berauschenden Wirkung dieses Saftes.
Viele Eltern leider eben nicht! Und sie wundern sich dann ob der vielen leeren Schachteln von Makatussin im Zimmer ihres Kindes, ohne ihr Kind je husten gehört zu haben. Anstatt jetzt dem Überbringer der schlechten Nachrichten die Rute ins Fenster zu stellen, fände ich es besser, wenn Ärzte immer wieder auf die Gefahren eines solch eklatanten Medikamentenmissbrauchs von Jugendlichen hinweisen würden. Oder noch viel besser, Makatussin gar nicht erst verschreiben!


Harry und Jackie Quaderer, Bildgass 25, Schaan

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