Leserbrief

Eschenwelke-Jagd und kein Ende

Mario F. Broggi,St. Mamertenweg 35, Triesen | 30. März 2019

Am vergangenen Donnerstag berichtete Andreas Moser im Schweizer Fernsehen in seiner Sendung «Netz Natur» über die Kommunikation zwischen Bäumen und ihrem Abwehrverhalten gegenüber Schädlingen. Ob Pilz, Bakterien oder Virus, die Bäume entwickeln mit der Zeit eine Resistenz gegen Schädlinge. Andreas Moser fordert uns auf, Bäume vermehrt auch als Lebewesen zur Kenntnis zu nehmen. Dies scheint man im fast hysterischen Kampf gegen die Eschenwelke in Liechtenstein so nicht zu sehen. Man haue die Eschen aus Sicherheitsgründen um, wird uns gesagt. Wenn man dann aber schon einmal dran ist, geht es in die Vollen, alles fällt um. Derzeit sieht es in Liechtensteins Wald vielerorts aus wie nach der «Mutter aller Schlachten». Mit schwerem Schleppergerät wird die Bodenkrume massiv verletzt, worin sich volles Leben entwickeln sollte. Das herausgeschleppte Holz wird zu drei Vierteln als Biomasse verbrannt, kein Ruhmesblatt für eine nachhaltige Forstwirtschaft. Ich bin als Forstingenieur über dieses grobe Vorgehen im Liechtensteiner Wald geschockt. Wir waren einmal dem naturnahen Waldbau verpflichtet, das ist vorbei, die Kubikmeter dominieren.

Mario F. Broggi,
St. Mamertenweg 35, Triesen

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