Leserbrief

Liechtenstein braucht faktische Gleichstellung

Der Vorstand der Freien Liste | 16. März 2019

Seit ihrer Gründung im Jahre 1985 setzt sich die Freie Liste (FL) für Gleichstellungspolitik ein. Ihre politischen Vorstösse zur Faktischen Gleichstellung vom Dezember 2017 und zuvor im August 2015 sind nur die Spitze des Eisbergs. Auch 2019 geht das Engagement weiter: Am Internationalen Tag der Frau am 8. März 2019 vertrat Vorstandsmitglied Birgit Netzer die FL an der Veranstaltung «Bewegung statt Stillstand». Bei der Zusammenkunft im Schaaner SAL, organisiert vom Frauennetz, ging es darum, zu inspirieren und zu motivieren, damit das Engagement der letzten Jahre und Jahrzehnte Früchte trägt. Die FL unterstützt nach wie vor die Empfehlungen der UNO zur Umsetzung der Frauenrechtskonvention. Worum geht es dabei?
Liechtenstein hat 1995 die UNO-Frauenrechtskonvention ratifiziert und sich somit verpflichtet, regelmässig einen Länderbericht einzureichen. Der Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau prüft die Berichte und hat auf der Grundlage der 5. Ausgabe im Januar 2018 im Juli 2018 seine Empfehlungen speziell für Liechtenstein herausgegeben. Hier ein Auszug:
Die erfolgten Gesetzesreformen finden Anerkennung, bemängelt jedoch wird deren Umsetzung. Generell vermisst der Ausschuss eine nationale Gleichstellungspolitik d. h. eine Strategie, die die strukturellen Ursachen der anhaltenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten an den Wurzeln packt. Zudem ist die Regierung angehalten, den Fachbereich Chancengleichheit mit ausreichend personellen und finanziellen Mitteln und Kompetenzen auszustatten. Nur so kann der Fachbereich seine Aufgabe wirksam erfüllen.
Liechtenstein als Vertragsstaat soll zudem die tieferen Gründe für die Untervertretung von Frauen im Landtag, den Gemeinderäten und anderen Entscheidungsgremien ermitteln. Voraussetzung dafür ist ein intensiver Dialog mit den Parteien und der Zivilgesellschaft. Aus den Erkenntnissen können angemessene Massnahmen abgeleitet werden, z. B. Sondermassnahmen wie die gezielte Anwerbung von Frauen oder temporäre Quoten.
Einen wichtigen Punkt bildet die Förderung von Teilzeitbeschäftigung und flexiblen Arbeitszeitmodellen für Frauen und Männer in allen Sektoren, sodass eine Trennschere in den Bereichen Beschäftigung, Sozialleistungen und Karriere verringert bzw. aufgehoben wird. Hier wird eine Studie gefordert, die die Auswirkungen der Teilzeitbeschäftigung von Frauen auf deren Anspruch auf Sozial- und Rentenleistungen analysiert.
Die Freie Liste ist überzeugt, dass paritätische Teams mit Frauen und Männern auf allen Ebenen zu ausgewogeneren und generell besseren Entscheidungen führen. Sei dies in der Arbeitswelt, in der Politik oder in der Familie. Was meinen Sie dazu, auch im Hinblick auf die kommenden Gemeinderatswahlen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an info@freieliste.li.

Der Vorstand der Freien Liste

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