Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

För allí eppis

Reinhard Walser,Bartlegrosch 38, Vaduz | 9. März 2019

Vaduz hat in den letzten 10 Jahren über 200 Millionen Franken Gewinne generiert. Ende Dezember betrug das Eigenkapital weit über 500 Millionen Franken. Aufgrund der momentanen Situation spricht alles dafür, dass diese «Geldschwemme» weiter sprudeln wird. Also weiter Millionen horten? Warten bis eine Milliarde auf der hohen Kante schlummert? Das kann es wohl nicht sein, oder? Mein Vorschlag lautet: Solange das Eigenkapital das Fünffache des Jahresbudgets ausmacht, wird die Hälfte der jährlichen Gewinne an die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde verteilt, und zwar gleichmässig an alle: ob Baby oder Greis, ob Mann oder Frau, ob Bettler oder Millionär, ob Liechtensteiner oder Ausländer.
Im Durchschnitt der letzten Jahre hat die Gemeinde pro Jahr 20 Millionen Franken Gewinn generiert. Das würde heissen, dass die Hälfte, also 10 Millionen jährlich, an die Einwohnerinnen und Einwohner verteilt würden. Dadurch ergäbe sich eine spannende Win-Win-Situation.
Die Gewinnanteile könnten mit Gutscheinen oder – zukunftsorientiert und logistisch einfacher – auf persönliche Standortmarketing-Kreditkarten aufgeladen werden. Die Gewinnanteile sollten für alle wirtschaftlichen Tätigkeiten eingesetzt werden können: Für den täglichen Einkauf beim Bäcker, für das Geburtstagsessen im Restaurant, für die neue Wohnwand in der Stube, für die Reparaturen der sanitären Anlagen oder für die Uni-Ausbildung der Tochter, und so weiter und so fort
Die Organisation Standortmarketing müsste sich parallel dazu erneuern: Vom Unterhaltungs-Modus zum Wettbewerbsmodus. Das heisst: Integration aller Unternehmen, Förderung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur, Vaduz als Kristallisationspunkt der Region entwickeln und profilieren und so weiter und so fort.
Ein solches Konzept würde vieles positiv verändern: Die wirtschaftlichen Aktivitäten würden vermehrt in Vaduz getätigt, der Einkaufstourismus würde eingebremst, die Unternehmer könnten ihre Angebote ausweiten, die Infrastruktur würde erneuert und die Einwohnerinnen und Einwohner könnten ihren Wohlstand aufhellen. Vor allem die kinderreichen Familien würden profitieren. Vaduz als Gemeinschaft könnte sich profilieren und sich überregional als Vorbild zeigen. Die latente Unzufriedenheit könnte einer fröhlichen Grundstimmung weichen. Und am Ende des Tages würde sich die Gewinnsituation der Unternehmen verbessern und die Steuereinnahmen würden weiter steigen. Der Kreislauf der Win-Win-Situation könnte durchstarten.
Was halten Sie als Einwohner oder Unternehmer von dieser spannenden Idee? Was meinen die Politiker? Weiter so? Oder Neues wagen?

Reinhard Walser,
Bartlegrosch 38, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung