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Leserbrief

«Es braucht Eisenbahnunter- oder überführungen»

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 6. März 2019

Die Zeitungen und die Tagesschau berichteten davon: In Basel fährt ein Personenzug über eine Schienenweiche. Kurz nachdem die Lokomotive über die Weiche fuhr, befahren die vorderen Räder eines Personenwagens das rechte Schienengleis und die hinteren Räder sowie die nachfolgenden Personenwagen das linke Schienengleis. Kaum vorstellbar, dass während eine Zugkomposition über eine Weiche fährt, diese plötzlich umgestellt wird. Quer über beide Gleise wird der erste Eisenbahnwagen über rund 950 Meter mitgeschleift, bis der Zug rund 20 Meter vor einer zwischen den beiden Gleisen vorhandenen Tunnelwand zum Stehen kommt. Kaum vorstellbar, was passiert wäre, wenn die Bremsstrecke länger gewesen wäre.
Beim Bahnhof Schaan gab es mehrere Weichen. Bis auf eine Weiche wurden diese vor rund 10 Jahren entfernt. Diese letzte Weiche war handbedient und mit geeigneten Mitteln und nur wenig Fachkenntnissen soweit ohne Probleme bedienbar. Eine Fernkontrolle war gemäss meinen Beobachtungen nicht vorhanden.
Das rechte Schienengleis führte direkt am Betagtenwohnheim vorbei in ein Abstellgleis mit Prellbock direkt an der Zollstrasse. Unmittelbar nach der Weiche war auf einer einzelnen Schiene eine sogenannte Gleissperre montiert, die ein vollständiges Befahren vom Abstellgleis verhindert hätte, indem ein Zug zum Entgleisen gebracht wird, wenn diese Weiche durch Umbefugte oder irrtümlich umgestellt worden wäre. Das direkt neben dem Betagtenwohnheim.
Die Gefahren wurden vor Jahrzehnten bei der SBB erkannt und im Rheintal praktisch alle nicht mehr benötigten Abstellgleise und Weichen mit vergleichbarem Konzept, vermutlich in der ganzen Schweiz, entfernt.
Ich mahnte damals die Regierung in Kopie an die Gemeinde Schaan, dass man die Sachlage überprüft. Kommt noch dazu, dass diese Weiche unmittelbar im Bereich des Bahnüberganges der Strasse nach Bendern lag. Wenn bei einem Zusammenstoss zwischen Bahn und Autos – kein seltenes Ereignis – ein Eisenbahnzug entgleist, so würde eine Weiche in unmittelbarer Nähe eines Bahnüberganges die katastrophalen Auswirkungen eines Zusammenstosses noch gravierend ver-grössern.
Die Antwort der ÖBB an die Regierung war damals lavierend und verniedlichend. Nach circa 7 Monaten wurden am Schaaner Bahnhof das Abstellgleis und die letzte Weiche entfernt!
In Nendeln bestehen diese Gefahrenherde immer noch. Um die Gefahren in Schaan und Nendeln zu eliminieren, braucht es Eisenbahnunter- oder überführungen – oder man sucht ein neues Bahntrassee ausserhalb der Wohnzonen.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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