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Leserbrief

Klimadialog als Papiertiger, Gymnasiasten thematisieren Klimaschutz

Loretta Federspiel,Werthsteig 9, Mauren | 1. März 2019

Zum im «Volksblatt» abgedruckten Bericht «Lernen für eine Zukunft, die nicht existiert» vom 27. Februar:
Den Ausdruck Papiertiger kennt die heutige Jugend wahrscheinlich nicht mehr – er stammt aus dem maoistischen China und meint Worthülse. Und mit einer solchen, tigerhaft aufgebläht, haben wir es beim Wort «Klimarettung» zu tun. Halt, schon sehe ich mich dem Verdacht ausgesetzt, eine Klimaleugnerin zu sein, aber nein, ich geniesse (noch?) die Boten unseres Klimas, den Frühling, die warmen Nachmittage mit den ersten Bienen und Schmetterlingen und die kühlen Morgen. Und ich freue mich auf jeden kommenden Tag!
Aber die Kinder, Jugendliche, die am Gymnasium ihr Gehirn trainieren, äussern doch tatsächlich mit einem so destruktiven Motto, das mir, gelinde gesagt, Gänsehaut verursacht, ihre Aussichten auf eine erfüllte und reiche Zeit, die ihnen bevorsteht: «Wieso lernen für eine Zukunft, die nicht existiert?» Stinkt ihnen die Schule so sehr, dass sie sie lieber schwänzen, wie ihre Schweizer Gymikollegen? Oder wollen sie überhaupt aufhören zu lernen? (Spricht nicht für die Schule ...). Einem Wahn kann man nur begegnen, indem man ihm mit Bildung begegnet.
Zur Zeit der akuten Bedrohung durch die Atommächte und des Vietnamkrieges, als die Wahnsinnigen an der Macht die Welt mit der Vernichtung bedrohten, konnte eine schwangere Frau schon einmal hören: Wie kannst du jetzt, in dieser Zeit, ein Kind in die Welt stellen? Was wäre die Welt, was wäre meine Welt heute, ohne dieses Kind?
Von Erich Kästner stammt der Rat an die Schüler: Kinder, lasst euch nichts einreden, denkt selber nach! Jeder Mensch und vor allem jeder junge Mensch ist auf die Zukunft programmiert, ob er will oder nicht. «Und instruiert euch!», müsste man weiter mahnen, ihr habt Internet und könnt euch weiterbilden. Ihr seid klug und könnt Widersprüche vergleichen. Auch Regierungen können sich täuschen – und vor allem sie.
Wie kann Mercedes mit diesem Slogan für sein Auto werben: «Mehr als 200 Pferde und weniger Emissionen als eine Kuh»? Ist etwas Wahres daran? Fleisch essen z. B. ist für das Klima etwa gleich schädlich wie das Fliegen. Aber auch ein Verschmutzer ist ins Ökosystem eingebettet.
Vielleicht wollt ihr lieber gamen und Comics lesen – macht nichts. Hauptsache, ihr habt Freude am Leben, denn diese Freude ist eure Zukunft!

Loretta Federspiel,
Werthsteig 9, Mauren

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