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Leserbrief

Der Bär ist angebunden

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 20. Februar 2019

Futterkastenlogik – oder man sollte Bären nicht für so saudumm halten. Die Population der Polarbären hat mit 26 834 Tieren einen Stand erreicht wie noch nie seit Zählbeginn. In den 1950er-Jahren, also am Beginn dieser herbeigeschwatzten «Erd­erwärmung», waren es wegen der Bejagung nur noch 4236. Das Wachsen einer Population geschieht jedoch nicht in einem Jahr, sondern braucht Jahrzehnte. Für die Klimawandelmönche eine Katastrophe, aus der es sich zu winden gilt. Wie konnten sich nur die weissen, bis zu 500 Kilo schweren Riesenbären so stark vermehren, wo ihnen doch in den vergangenen warmen Jahrzehnten eine Eisscholle um die andere mit ihrem liebsten Futter, den Robben, vor den hungrigen Mäulern hinweggedriftet ist. Da man die Bären nicht fragen kann, bleiben nur Spekulationen und jene haben vor den Klimainquisitoren zu kuschen. Da die Gedanken aber vogelfrei sind, lohnt sich hier ein Blick auf die Vögel, welche auch nicht so saudumm sind. Die Vögel kommen im Winter vom freien kargen Feld gerne in die Dörfer, um sich an den Futterkästen zu laben. Punkt. Die Eisbären kommen in kargen Zeiten gerne in die Dörfer, um sich an den vollen Abfallkübeln zu laben. Punkt. Zwei Mal «laben» und zwei Mal «Punkt» hintereinander zu verwenden, ist zwar kein guter Schreibstil, aber hinter jeder Laune der Natur den Mahnfinger Klimawandel zu erheben und Zweifler am menschengemachten Klimawandel aufs Schafott zu nageln, ist genauso wenig schön wie zwei Mal hintereinander «Klimawandel» zu schreiben. Aber mit diesem Wort werden wir leben müssen. Denn die Leute – und das ist die grosse Meute der Alltagsköpfe, wie Schopenhauer jene nannte, die nichts hinterfragen –, die sich deswegen Sorgen machen, brauchen einen Ablassplatz. Also eine Einrichtung, wo sie gegen Geld den Ablass bekommen, um nachher frei von Sünde zu sein. Und hier ist der Staat zur Stelle und jener hält beide Hände an ausgestreckten Armen auf und kassiert CO2-Ablassgeld, dass es nur so klepft. Und nicht nur dort, wie neulich einer in einem Leserbrief beklagte. Überall und bei jeder Gelegenheit rupfe er dem armen Bürger das Geld aus der Tasche. Benzinsteuer, Erdölsteuer MFK-Steuer, dort Gebühr, da Gebühr, hier Gebühr. Gebühr über Gebühr. Und wie könnte es anders sein, war sofort einer, dem das Untertanendasein in die Wiege gelegt wurde, zur Stelle, und mahnte, dass man dem Staat aus tiefem Herzen für seine ewige und unersättliche Beutelschneiderei auch noch dankbar sein müsse – und vor allem das Maul zu halten habe.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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