Leserbrief

Evolution oder Revolution?

Leopold Senti,Fuhraweg 38, Ruggell | 18. Februar 2019

Sehr geehrter Prof. Victor Arévalo Menchaca. Ich stimme Ihnen in allem zu. Ich war verärgert darüber, dass ich wie ein Untertan behandelt wurde und hab meinem Ärger Luft gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass, wenn man mir allzu offensichtlich auf die Füsse tritt, ich eher mit «Revolution» denn mit «dem langen Marsch durch die Institutionen» reagiere. Ich wäre in der Praxis auch vorsichtig mit der Landtagsauflösung nach Art. 48 Abs. 2 und 3. Das hilft nur, wenn man sicher sein kann, den Teufel nicht mit dem Beelzebub auszutreiben. In Frankreich sehen wir im Moment ein Lehrbuchbeispiel, wie man den sozialen Frieden von heute auf morgen gegen die Wand fahren kann. Das gilt es wirklich zu vermeiden. Wir wissen «dass Revolutionen nicht wählerisch sind, was ihr Personal und ihre Methoden betrifft». Das ist auch der Grund, weshalb ich kurz das «Sturmglöckli» geläutet habe.
Was nun die neue Partei betrifft, habe ich gute Argumente dafür. Sie wäre die solide Basis auf der eine Veränderung möglich wäre. Es ist offensichtlich, dass die bestehenden Parteien sich kaum mehr um das «Volkswohl» kümmern können. Sie finden ja nicht einmal innerhalb der eigenen Organisation einen Konsens, sie streiten und zerlegen sich selber. Der Grund ist meiner Meinung nach der, dass eine tragfähige Basis und ein übergreifender Konsens fehlen. Beides wäre aber in unserer christlich-abendländischen Kultur noch zu finden. Ich hab das beispielhaft an den 10 Geboten, den 4 Kardinaltugenden und der Kenntnis der 7 Hauptsünden zeigen wollen. Ich bin überzeugt, dass so eine Partei Erfolg hätte und, weil nicht auf Sand gebaut, das ganze politische Geschehen positiv beeinflussen würde. Es wäre dann wieder inneres Wachstum möglich. «Eine Revolution ist eine verpasste Evolution» heisst es, oder gewendet «um Revolutionen zu vermeiden ist (geistige) Evolution notwendig».

Leopold Senti,
Fuhraweg 38, Ruggell

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