Leserbrief

Problembären

Lorenz Wohlwend,Fukseriweg 3, Schaan | 15. Februar 2019

Da war Ihr erster Gedanke schon richtig, Herr Büchel. Eisbären werden von der World Conservation Union (IUCN) als gefährdet eingestuft und sind z. B. im Endangered Species Act nach wie vor als bedrohte Art aufgeführt. Das vermehrte Auftreten der Spezies in südlicher gelegenen, von Menschen bewohnten Gefilden lässt sich aber ziemlich sicher durch Migration einzelner Unterpopulationen erklären, und bestimmt nicht durch die, von Ihnen ins Feld geführte, erhöhte lokale Fertilität. Dennoch haben Sie, ausgehend von dem, was über das Verhalten der Grosssäuger bekannt ist, mit Ihrer Intention bzgl. des Klimawandels als Hauptgrund für die gehäuften Zusammenstösse von Menschen mit Eisbären tatsächlich voll ins Schwarze getroffen. Erhöhte Jahresdurchschnittstemperaturen in den Polarregionen führen zur Zerstückelung und Abnahme des Meereises und zum früheren Rückzug des Sommereises. Dieser grossflächig geschlossenen Eisflächen bedürfen die Bären unter anderem zwingend, um ihrer Hauptnahrungsquelle, den Robben, nachstellen zu können. Sie ahnen wo das hinführen könnte? Dass Sie der Zerstörung des Habitats dieser wunderschönen Tiere gelassen entgegen-sehen, finde ich nicht so lustig. Wenn Sie aber aus eklatantem Unverständnis heraus die klimatisch-ökologischen Zusammenhänge ins absolute Gegenteil verkehren, wirken Sie, wenn auch unfreiwillig, schon sehr komisch.

Lorenz Wohlwend,
Fukseriweg 3, Schaan

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