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Leserbrief

Nachruf: Trudis letzter Gang

Martin Wachter,Anwohner, Mitteldorf 16, Vaduz | 7. Februar 2019

… führte sie am sonnigen Montag dieser Woche über die nach diversen Erneuerungsarbeiten (leider) wieder eröffnete Mitteldorf-Strasse, was ihr zum Verhängnis wurde: Trudi, korrekter Name nach Züchter eigentlich «Lady Di», hatte in ihrem kurzen, 8-monatigem Leben noch nicht viel Erfahrung sammeln können mit an Gesichtsfeld- und anderen Einschränkungen leidenden Autofahrern in der Bewältigung der Schikane um das Hauseck Mitteldof 16, war sie doch bis anhin dank der umfangreichen Sperrung der Stras­se nur mit eher zahmen Anliegerverkehr konfrontiert.
Im Zuge der sehr löblichen Umgestaltung hat sich die Gemeinde redlich, wenngleich eher verhalten, darum bemüht, die Mitteldorf-Strasse mit einem weiteren Fahrverbot zu beschildern, nur leider unterlassen, das Fahrverbot auch durchzusetzen! So kann Trudi nun postmortem für sich den zweifelhaften Titel «1. Opfer der Erneuerungsarbeiten Mitteldorf-Strasse» für sich reklamieren!
Der im gleichen Haushalt lebende Beagle Bruno, als Hunde-Steuer-Subjekt mit 12-jähriger Lebenserwartung, dürfte in einer solchen Situation wohl eher auf den Schutz der Gemeinde zählen können angesichts des bis zu seinem Ableben fälligen Steuersubstrats; da hat eine steuerbefreite und für die Gemeindekasse uninteressantere Katze ganz offensichtlich die schlechteren Karten!
Dem Fahrerflüchtigen in seiner Blindheit für Fahrverbote muss man zugutehalten, dass er ein Auge für lebensnotwendige Körperteile hat, sodass Trudi ein qualvolles Ende zwischen Reifen und Kopfsteinpflaster erspart blieb, die weiteren 6 von 7 Katzenleben aber aufgrund seiner Zielgenauigkeit leider nicht mehr in Anspruch nehmen kann.
Ein extra Trauermarsch oder eine Erinnerungsplakette scheint dann doch übertrieben. Aus Solidarität, wohl aber auch in Eigeninteresse (falls es sich beim nächsten Opfer einmal nicht nur um ein Haustier handelt), haben die Anlieger aber versprochen, Trudis Andenken zu wahren und in Zukunft ein besonderes Augenmerk auf Zubringer zu werfen, die gar keine Zubringer sind und das Fahrverbot missachten, was nach einhelliger Meinung aber doch eigentlich Sache der Gemeinde wäre?

Martin Wachter,
Anwohner, Mitteldorf 16, Vaduz

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