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Leserbrief

Bravo, gut und ein Schritt in die richtige Richtung

Dr. med. univ. Harald Rudolf Eckstein,Facharzt für öffentlichesGesundheitswesen... | 6. Februar 2019

Leider muss ich wieder Leserbriefe schreiben, weil niemand auf die Idee kommt, einen ausgebildeten Fachmann einzubeziehen.
Ein Spital auf der grünen Wiese ist richtig und ein guter Ansatz, der verwirklicht werden sollte. Immerhin wird endlich von einem Grobkonzept gesprochen. Doch auch dabei gibt es gravierende Fehler.
Ein Krankenhaus der Grundversorgung braucht mehr Raum als dargestellt. Nur ein Beispiel sei eine nötige Pathologie; klein, aber es muss eine geben aus Internationaler Qualitätsverpflichtung.
Weiter gehört natürlich der Notfallmedizinische Trakt des Krankenhauses verbunden mit dem Rettungsdienst des Landes (örtlich, räumlich und personell). Das sind klare Vorgaben. Ein Krankenhaus der Grundversorgung muss mit Krankenhäusern der Maximalversorgung schnell, auch im Notfall bei Epidemien und Grossunfällen oder Massenveranstaltungsunglücken, Patienten transportieren können. Zwei Hubschrauberlandeplätze sind ein Muss. Für unser Land brauchen wir zukünftig auch Ausbildung des medizinischen Personals und vieles mehr (z. B. Pflege; Ausbildungsräume usw.).
All dies und mehr muss berücksichtigt werden. Daher ist es eine Katastrophe, zu glauben, man bräuchte nur ein Areal von 5000 Quadratmetern. Ein Krankenhaus kann nicht, wie das jetzige, zu wenig Umschwung für jetzt und zu wenig Expansionsfläche für die Zukunft haben. Ich habe das alles schon vor mehr als zehn Jahren letztendlich auch in einem Leserbrief vorgeschlagen, noch bevor man mehr als 30 Millionen Franken zur Sanierung des damals angeblich perfekten Spitals ausgegeben hat.
Besonders froh bin ich, dass sich meine «Alte Vorstellung» von vor zehn Jahren allmählich durchsetzt, dass zum Staat Liechtenstein auch eine medizinische Grundversorgung, gleich wie z. B. eine Sicherheitsversorgung, gegeben sein muss. Eine medizinische Grundversorgung ist aber nur mit mindestens einem Krankenhaus der Grundversorgung gegeben. Es ist in sehr vielen Bereichen die Zentrale.
Wenn Liechtenstein zukünftig an internationalen Standards der Medizin auch nur in einfachster Weise teilhaben will, muss es, auch bei allem Verständnis zur Liebe zur Schweiz, internationale Standards bei der Spitalsplanung und Durchführung beachten. Erst dann kann man von guter Gesundheitsversorgung sprechen, die auch Situationen stand hält. Doch dies wäre nur das Haus, die Hardware, die Hülle. Alles funktioniert nur mit entsprechend aufgebauter Gesundheitsstruktur im sehr wichtigen personellen Bereich. Selbstverständlich braucht es dafür zuerst einen entsprechenden Aufbau in der Organisation des Gesundheitswesens im Land. Und auch dazu braucht es wiederum Fachkompetenzen, ... nicht nur Hausaufgaben. Sonst sind wir in 50 Jahren noch nicht auf einem internationalen Minimalstandard der Grundversorgung in der Gesundheit eines kleinen Volkes.

Dr. med. univ. Harald Rudolf Eckstein,
Facharzt für öffentliches
Gesundheitswesen, Facharzt für
Allgemeinmedizin Sozialmedizin
Rätikonstrasse 37, Vaduz

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