Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Je grösser, desto besser, Herr Quaderer?

Kevin Alexander Beck, Churer Strasse 107, Nendeln | 4. Februar 2019

Schaut man sich Ihr «Lie:zeit»-Interview an, wird man unweigerlich verleitet zu glauben, dass sich Erfolg nur an Grösse misst. Könnte doch in wenigen Monaten das Worst-Case-Szenario für uns Eschnerinnen und Eschner eintreten: Mauren-Schaanwald könnte uns bezüglich Einwohnerzahl überholen. Unvorstellbar. Unfassbar. Das darf auf keinen Fall passieren!
Als Nendler, der hier aufgewachsen ist, sage ich Ihnen, wir haben andere Probleme. Nendeln hat selbst erlebt, was (zu) schnelles Wachstum bedeutet. Wir brauchen nicht einfach mehr Einwohnerinnen und Einwohner, wir brauchen Menschen, die sich hier «dahom» fühlen und für die Gemeinschaft einsetzen. Dass in Eschen-Nendeln der soziale Zusammenhalt nicht mehr derselbe wie vor 70 Jahren ist, darf zum einem der Globalisierung angelastet werden, zum anderen den Fehlern der Vergangenheit. Menschen, die bei uns ihren Wohnsitz haben, sind nicht per se integriert. Akzeptiert ist nicht integriert! Das gilt für die 20-jährige Schaanerin genauso wie für den 45-jährigen Mexikaner. Unsere Gemeinde braucht nicht mehr Einwohnerinnen und Einwohner, sondern Menschen, die sich mit Eschen-Nendeln identifizieren. Dabei ist es Aufgabe der politischen Gemeinde, den Zusammenhalt und das Miteinander zu fördern. Besonders in Zeiten der Hyperglobalisierung muss die Gemeinde ein Angebot an sozialer Identität und Heimat schaffen. Wir brauchen die Menschen mit dem Herzen hier, und nicht als Nummer in unserer Einwohnerstatistik!
Übrigens: Unsere Nachbargemeinde war über viele Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts grösser als wir, aber sGräs isch trotzdem nia grüaner gsi.


Kevin Alexander Beck,
Churer Strasse 107, Nendeln

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung