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Leserbrief

Der Spuk ist vorbei

Ulrich Hoch,Grüschaweg 11, Triesenberg | 1. Februar 2019

Aufgrund von Aussagen von Teilnehmern am WEF in Davos scheint es eine Tatsache zu sein, dass dieses Jahr in den 10 000-Franken-Hotelsuiten nicht so sorglos gefeiert wurde wie die Jahre davor. Zum ersten Mal wurde die inzwischen unermessliche Ungleichheit zwischen Armen und Superreichen thematisiert. In Europa kam es zu grossen Verwerfungen und die Zahlen der Periode von 2001 bis 2016 im Bereich der Reallohnentwicklung zeigen ein ernüchterndes Bild (Deutschland +3,35 %, Oesterreich +2,98 % Italien +4,07 % Griechenland –4,57 %). Die viel gepriesene Mittelschicht droht in die Unterschicht abzurutschen, währenddem sich das Vermögen der Milliardäre in den vergangenen 20 Jahren verneunfacht hat. Es scheinen aber so langsam Zweifel aufzukommen, ob Warren Buffet, einer ihrer reichsten Kollegen, recht behalten würde mit der Aussage: «Wir befinden uns in einem Krieg der Klassen. Aber es ist meine Klasse, die den Krieg führt. Und wir werden ihn gewinnen!» So langsam machen sich Zweifel breit angesichts der Gelbwesten-Aufstände in Frankreich, der Lage in Italien und Belgien, dem Aufkommen rechtsnationaler Gruppierungen und nicht zuletzt auch des Brexit-Entscheides und einer verstärkten Polarisierung in den Visegrad-Staaten und den USA. Es kann sein, dass sich die selbst ernannten Eliten irgendwie an die schon fast vergessene Warnung erinnern, dass es im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder zu Aufständen kam, wenn das «dumme Volk» seine Mistgabeln ergriff und den Eliten den «Marsch geblasen» hat. Das war den Auswüchsen zuzuschreiben, wenn der Wohlstandsunterschied zu krass war und eine kleine Mehrheit auf Kosten des Volkes in Saus und Braus lebte, während die grosse Mehrheit nicht genug zum Leben hatte und es keine Hoffnung gab auf Besserung. In der Vergangenheit war Davos das Fest der privaten Globalisierungskonzerne und deren Verbündeten und politischen Marionetten. Dieses Jahr waren weder Präsident Donald Trump noch Präsident Emmanuel Macron noch Theresa May anwesend. Allesamt hatten triftige Gründe, nicht nach Davos zu kommen. Es stellt sich einmal mehr die Frage, ob die Masse der EU-Bürger noch willens ist, die Opfer im Sinne eines EU-Diktates zu bringen. Die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai dieses Jahres und das schnelle Anwachsen von Parteien, die ihre nationale Souveränität wiederherstellen wollen, beunruhigt die Globalisierer. Aus Mangel an wirklich hochkrarätigen Teilnehmern offerierte man dem berüchtigten Meister der Globalisierung – George Soros – eine Plattform, in der er auf niedrigem Niveau zum Kampf gegen Trump und Xi aufrief. Auch er sieht offenbar seine «liberale Weltordnung» (Open Society) gefährdet.

Ulrich Hoch,
Grüschaweg 11, Triesenberg

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