Leserbrief

Gedanken zum WEF

Hermy Geissmann,Matschilsstrasse 20, Triesen | 30. Januar 2019

Wie das so mit den guten Vorsätzen zum «neuen Jahr» ist, breche auch ich meinen, keine Leserbriefe mehr zu schreiben.
Ich mache mir Gedanken zum WEF. Der schweizerische Bundespräsident reist erfolgsbewusst von Davos nach Bern zurück. Er konnte mit dem neuen Präsidenten Brasiliens Kontakt aufnehmen und sich vernetzen. Er verspricht sich vertiefte Handelsbeziehungen mit diesem Land und somit mehr «Wirtschaftswachstum» für die Schweiz. Dieser Präsident verkündete öffentlich, dass er mehr Regenwälder, die Lunge der ganzen Welt, Lebensraum bedrohter Tiere, das umliegende Land auch Lebensraum vieler Urvölker, abholzen lasse, um mehr «Fortschritt» für sein Land zu erreichen. Auf die Frage eines Reporters, ob ihn das nicht störe, meinte Ueli Maurer lakonisch, dass die Schweiz keinem anderen Land vorzuschreiben habe, was es zu tun habe.
Heute wissen wir doch, dass wir viel zu viel Ressourcen auf Kosten unserer Nachkommen verbrauchen. Auch in Liechtenstein, weil das Wirtschaftswachstum ja steigen soll, werden immer mehr Stellen geschaffen, die dann mit Pendlern besetzt werden. Das ganze Verkehrschaos wird jedoch nicht von der Wirtschaft gelöst, das ist dann Aufgabe des Staates.
Meine Frage: Kann mir jemand plausibel erklären, warum wir, scheinbar um glücklich zu sein, immer mehr «Wirtschaftswachstum» brauchen?

Hermy Geissmann,
Matschilsstrasse 20, Triesen

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