Leserbrief

Zum S-Bahn-Projekt «FL–A-CH»

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 4. Januar 2019

Ludwig Altenburger, Altkantonsrat, Buchs, schreibt in seiner Leser- meinung zur Thematik S-Bahn «FL–A–CH», dass der Doppelspurausbau im Rheintal (Schweizer Seite) realisiert wird. Am gleichen Tag publizierte die «NZZ» eine Zuschrift von Altenburger. Er lobt die Investitionen in den öffentlichen Verkehr des Kantons Zürich. Er lobt die Zürcher Stimmbürger, weil diese die Weichen für eine vorausschauende Verkehrspolitik richtig gestellt haben. Bezüglich «FL–A–CH» wird immer nur davon gesprochen, dass es eine Volksabstimmung geben wird. Man hat wohl Angst davor, dass das Stimmvolk die «FL–A–CH» ablehnt und eine andere Streckenführung fordert.
Für den Kanton St. Gallen hat er kein Lob übrig, weil die Bahn immer noch einspurig daherkommt, schreibt Altenburger. Bekanntlich ist auch die Bahnstrecke Feldkirch-Buchs einspurig. Das S-Bahn-Projekt «FL–A–CH, das Altenburger seit Jahren lobt, bliebe aber mehrheitlich eine einspurige Strecke.
Ludwig Altenburger ist gelernter Lokomotivführer.
Gemäss den publizierten Berichten der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) passieren die meisten tragischen Bahnzusammenstösse mit Verletzen, gar Toten, auf einspurigen Bahnstrecken.
Der Eisenbahnunfall von Bad Aibling am 9. Februar 2016, wo zwei Personenzüge auf einer einspurigen Bahnstrecke zusammengestossen sind, steht stellvertretend für viele Zugzusammenstösse auf einspurigen Bahnstrecken. Zwölf Menschen starben infolge des Unfalls, 89 wurden teils schwer verletzt.
Deshalb erstaunt es schon, wenn sich ein Lokomotivführer voller Lob für ein Bahnprojekt verwendet, das keine vollumfängliche Doppelspur zwischen Feldkirch und Buchs vorsieht, was ja durchaus machbar wäre mit einer anderen Streckenführung.
Die sechs niveaugleichen Bahnübergänge in Schaan und drei in Eschen blendet Lokomotivführer Altenburger ebenfalls aus, die gemäss dem S-Bahnprojekt «FL–A–CH» auf dem einspurigen Streckenabschnitt nicht eliminiert würden. Für viele Lokomotivführer ist es eine unangenehme berufliche Pflichterfüllung, wenn sie Bahnstrecken mit niveaugleichen Bahnübergängen befahren müssen. Die SUST beschreibt nicht wenige Zusammenstösse mit Stras-senfahrzeugen auf niveaugleichen Bahnübergängen.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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