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Leserbrief

Zusätzliche Bahntrassenbelastung

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 27. Dezember 2018

Der Verkehrsclub Liechtenstein VCL verweist in Leserbriefen auf sein Inserat in der «Liewo» mit dem Thema: «Regionalbahn Liechtensteiner Oberland». Kann auch von der VCL-Homepage heruntergeladen werden. Auf der Fotomontage wird eine Eisenbahn ohne stromzuführende Oberleitung gezeigt.
Zeitungsredaktionen sind bei Fotomontagen angehalten, einen Sachverhalt objektiv darzustellen und als solche zu kennzeichnen. Dies sollte eigentlich auch für Inserate und Anzeigen gelten. Der VCL negiert diese Vorgaben für Journalisten immer wieder.
Im kürzlich veröffentlichten Leserbrief bestätigt nun der VCL, dass seine Idee einer «Regionalbahn Liechtensteiner Oberland» wie üblich mit Strom über Oberleitungen versorgt wird. Auf den SBB/ÖBB-Geleisen fährt die Trambahn mit 15 000 Volt Wechselspannung und auf der Stras­se mit 750 Volt Gleichspannung, erklärt der VCL. Der Aufwand an elektrotechnischen Komponenten ist nicht ohne, um eine solche total exotische Zweispannungs-Trambahn für rund 20 Kilometer zu konzipieren. Ob da die SBB und ÖBB mitmachen, ist mehr als fraglich. Es geht da auch um die international vereinbarten Sicherheitstechniken für Schnell- und Güterzüge, die eine Trambahn erfüllen müsste.
Der VCL propagiert ja auch den 15-Minuten-Takt. Da stellt sich die Frage, ob es machbar ist, in 15-Minuten-Intervallen eine lokale Trambahn zwischen international verkehrenden Personen- und Güterzüge, Schnell- und Bummelzüge zwischen Sargans und St. Gallen sowie Feldkirch hineinzuschieben? Auch in diesen Beziehungen kann durchaus daran gezweifelt werden, dass die SBB/ÖBB grünes Licht für solch untypische zusätzliche Bahntras-senbelastungen freigeben wird. Solche Fragen müssen beantwortet werden, ansonsten man sich weiterhin im Kreise dreht, gemäss dem VCL seit den 1990er-Jahre.
Wenn schon eine Trambahn durch das Liechtensteiner Oberland, dann wohl eher eine Meterspurbahn wie die Strassenbahnen bzw. Tram in St. Gallen, Zürich, Basel, Bern, Innsbruck etc. oder eine Erweiterung der RhB von Landquart nach Liechtenstein. Ist ebenfalls eine Meterspur und braucht rund 40 Prozent weniger Platz und wäre rund 40 Prozent billiger. Der VCL negiert solche Vorschläge bis heute und hat noch keine zutreffenden Argumente gegen eine Bahntrassenverlängerung der RhB ab Landquart vorgebracht.
Zudem, der VCL rechnet für seine Trambahn auf Normalspur mit Zweispannungs-Lokomotiven mit Investitionskosten von CHF 350 Millionen.
Auch darüber haben die VCL-Experten noch nie orientiert, wie man sich die Finanzierung der 350 Millionen vorstellt. Solches interessiert ja jeden Steuerzahler.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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