Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Ode an die Tiefe

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 21. Dezember 2018

Karl Valentin sagte einst: «Ich hatte immer Angst vor dem Sterben und jetzt das.» Gerade in dieser Zeit vor Weihnachten, wo Depression und Vibration die Runde drehen und all jene, die im Jahr nicht auf sich aufgepasst haben, aus den Sandalen kippen, kommen die hell erleuchteten Worte von Herrn Stefan Kemnitzer aus Ruggell wie der uns rettende Lichtstrahl aus dem Himmel herab. Wohl wie kein anderer versteht er es, tief und eindringend in uns alle hinein zu blicken, unser Seelenheil zu erkennen und in seiner ganzen Grösse und Tragik zu erfassen. Kein auch noch so kleiner Winkel unseres kläglichen Daseins bleibt ihm verborgen und er scheut sich nicht, uns eindringend zu ermahnen, gar zu entlarven, dass wir uns letztendlich nicht vor dem Herrgott, sondern einzig vor dem Liechtenstein-Institut bewähren müssen. Einzig die Weisen auf dem Kirchenhügel zu Bendern befähigt Kemnitzer, über uns zu wachen und uns dem Glück und dem Seelenheil zuzuführen. Mutig und selbstlos geht er auf die Tiefen der Herzen und in die Abgründe und Kloaken der Körpersäfte von Damen und Herren ein; wissend, dass dort Klugscheisserei, Wahnvorstellung und Besserwisserei ihre Heimstatt haben, die es zu entlarven und endlich zu entblössen, vor allem aber gründlich zu vernichten gilt. Wir müssen Kemnitzer recht geben, ihm beistehen, beipflichten und seine Worte als Lebenshilfe annehmen und ihn unterstützen im waghalsig selbstlosen Mut, den Teufel in uns allen, Damen wie Herren, selbst den Geschlechtslosen ein für alle Mal und für immer auszutreiben. Und weder ein Liedertext noch ein Werk aus der Liturgie, der Philosophie, noch aus der gesamten germanischen Geschichte, von Lorelei über Kant, hin zu Schopenhauer, gar bis Kleist könnte Werken und Wirken von Stefan Kemnitzer besser erleuchten wie die Novelle aus tiefster germanischer Inbrunst die da lautet: An der Nordseeküste, am norddeutschen Strand, sind die Fische im Wasser und selten an Land …

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung