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Leserbrief

Weltweite Umfrage

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 21. Dezember 2018

Nach dem Beschluss zweier UNO-Abkommen (Migrations- und Flüchtlingspakt) haben zwei renommierte Forschungsinstitute (Gallup World Poll und Pew Research Center) alarmierende Zahlen vorgelegt. Laut den Untersuchungen wollen 750 Millionen Menschen migrieren, um sich ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen, nach Nordamerika oder in die «reichen Länder Europas» aufzubrechen. Die «Gallup World Poll» – Umfrage, bei der insgesamt 453 122 Erwachsene in 152 Ländern befragt wurden, ergab, dass 750 Millionen Menschen in ein anderes Land ziehen würden, wenn sie die Chancen bekämen. Regional war in Afrika südlich der Sahara der Wunsch nach Migration am höchsten. 33 Prozent der Erwachsenen wollen aus diesen Gebieten dauerhaft auswandern, gefolgt von Lateinamerika und der Karibik (27 Prozent). Bei europäischen Staaten ausserhalb der EU, dem Nahen Osten und Nordafrika ist es jeder vierte Erwachsene. In den nachfolgenden europäischen Ländern sagen die bedeutende Mehrheit, dass sie überhaupt keine oder bedeutend weniger Zuwanderer wünschen: In Griechenland (82 Prozent), Ungarn (72 Prozent), Italien (71 Prozent), Deutschland (58 Prozent), Bewohner anderer Länder haben ähnliche Ansichten wie in Europa. Darunter sind Israel (73 Prozent), Russland (67 Prozent), Südafrika (65 Prozent), Argentinien (61 Prozent). Vor diesem Hintergrund einer über alle Kontinente verbreiteten mehrheitlich ablehnenden Haltung zu Migration ist die Zustimmung zu den beiden UN-Migrations- und Flüchtlingspakten eine Folge von Demokratiedefiziten im Zuge einer neoliberalen Weltordnung mit sozialem Anstrich einer Linken Ideologie. Sehr oft verweigern sich «Linke» dem Konsumdenken. Daraus leiten sie dann ein moralisches Recht für ihre Forderungen ab, den «Reichtum» eines wohlhabenderen Landes mit möglichst vielen Migranten zu teilen. Es wird negiert, dass Wohlstand hart erarbeitet wurde und nicht einfach vom Himmel gefallen ist. Leider dominiert eine Minderheit von linken Weltverbesserern eine total überzogene, moralische Debatte um die Migration. Es werden wesentliche Faktoren ausser Acht gelassen. Eine Abwanderung von jungen Fachkräften wird ignoriert. Auch wird übersehen, dass Überweisungen von Migranten an Zurückgebliebene eine «Kultur» schafft, die nicht selten vernichtend ist für eine politische und wirtschaftlich eigenständige Entwicklung der Heimatländer. Was für die Mehrheit der Menschen ein Horrorszenario ist, scheint für eine Minderheit ein wünschenswertes Ziel. Keine Grenzen, keine Nationen. Ein Experiment eines Internationalismus mit dem Anstrich eines «Mutter-Theresa-Wohlfühlsozialismus».

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg

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