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Leserbrief

Ein Weihnachts- märchen?!

Stefan Kemnitzer, Am Berg 3, Ruggell | 20. Dezember 2018

Es gibt den immer wiederkehrenden «frommen» Wunsch, sachlich zu bleiben, Themen anhand von Fakten und Tatsachen zu diskutieren, obwohl die Realität jeden Tag etwas anderes zeigt. Dabei hat die Kommunikationswissenschaft schon seit mehr als 30 Jahren diese Forderung als «Illusion» entlarvt und die darin liegende Herausfordrung zum Beispiel im Vier-Ohren-Modell beschrieben.
«So nicht Herr ...» ist ein wunderbares Beispiel, dass in einem bestimmten Rahmen (Wahlkampf) es einfach Teil des Spiels (Politik) ist, sich neben der «Sachebene» auch auf den Ebenen der «Beziehung», des «Appells» und der «Selbstoffenbarung» auszutoben.
Den Antrieb dazu liefert in den allermeisten Fällen ein weiterer «frommer» Wunsch. Man möchte gerne, dass die an den «Herrn» oder die «Dame» gerichtete «Kritik», die «Bitten» oder die «Ratschläge» in irgendeiner Form so wirken, dass es einem gelingt, dadurch Einfluss auf den «Herrn» oder die «Dame» auszuüben. Idealerweise möchte man sogar erreichen, dass sich der «Herr»/die «Dame» bewusst oder unbewusst fragt, was genau er/sie in der Folge anders tun oder unterlassen sollte. Was für eine «ambitionierte» Vorstellung oder Auffassung! Denn für die Kommunkationswissenschaftler ist für die Auswirkungen der Botschaft nur der Empfänger («Herr»/«Dame») entscheidend.
Nur er/sie interpretiert diese und zeigt durch eine oder keine Reaktion, was seine/ihre Vorstellung oder Auffassung von dieser Absicht der Beeinflussung ist. Der Alltag und die Auswertung der Tour-de-Ski-Umfrage liefern den Beweis, dass Menschen solche Botschaften liebend gerne ignorieren oder für sich so «interpretieren», dass sie nicht der «Bedrohung» ausgesetzt sind, das eigene Selbst- und/oder Weltbild zu verifizieren, also unerschütterlich an ihren festgefügten Meinungen und Überzeugungen über sich und die Welt festhalten.
Wie sieht denn jetzt die Prognose für unseren «frommen Wünscher» aus?! Bleibt er bei seiner Überzeugung, dass er nur weiter die Verpackung seiner Botschaft perfektionieren muss?! Dann wird er es wieder und wieder versuchen, bis die Interpretation seines Tuns als Ergebnis das «Verfolgen von Wahnvorstellungen» hat. Tendenzen solchen Verhaltens sind in vielen Gesellschaftsbereichen zu allen möglichen Themen sichtbar. Und deshalb wird die daraus resultierende
Prognose, dass uns allen eine weiter zunehmende «Polarisierung» und «Radikalisierung» im Denken, Sprechen und Handeln bevorsteht, nur im Kübel der «Klugscheisserei», «Besserwisserei und der «Wahnvorstellungen» landen!

Stefan Kemnitzer, Am Berg 3, Ruggell

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