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Leserbrief

Immer einsatzbereit, aber keiner braucht die Balzner Rettung

Prof. René Pawlitzek, Dipl. Infor- matik-Ing. ETH, Oberau 1, Balzers | 19. Dezember 2018

Die Rega (Rufnummer: 1414) fliegt 15 000 Einsätze pro Jahr von 12 Einsatzstationen. Das sind 1250 Einsätze pro Station. Jetzt wollen wir, dass die Rega auch noch die Liechtensteiner rettet. Dann operiert die Rega auf einem Gebiet, dass insgesamt 41 445 Quadratkilometer (km2) gross ist (41 285 km2 + 160 km2). Wie viele Einsätze muss die Rega dann pro Jahr bewältigen?
Ein Schüler errechnet ohne Probleme, dass es dann 15 058 Einsätze sind, das heisst 58 zusätzliche Einsätze für Liechtenstein. Wenn wir nun die Einsätze auf die drei existierenden Rega-Stationen in der Umgebung verteilen (Untervaz (25 km von Balzers weit weg), Mollis und St. Gallen) so sieht man, dass jede Station rund 20 zusätzliche Einsätze bewältigen muss. Jede der drei Stationen hat jetzt 1270 anstatt 1250 Einsätze. Das Verkehrsaufkommen erhöht sich um 1,6 Prozent. Es wird sofort klar, dass die Rega diesen Zusatzaufwand ohne den Rettungsdienst aus Balzers bewältigen kann. Es ist daher keine Überraschung, dass Adrian Schindler, Mediensprecher der Rega, keine Notwendigkeit für einen weiteren Rettungshelikopter in dieser Region sieht.
Dann wollen wir doch wenigstens die Vorarlberger mit dem 24-Stunden-Rettungsdienst aus Balzers retten. Der ÖAMTC machte 2017 von den 16 Christophorus-Standorten 18 251 Einsätze in ganz Österreich. Jede Station macht rund 1140 Einsätze und damit 110 weniger als eine durchschnittliche Rega-Station. Auch hier sieht man, dass kein Bedarf für den 24-Stunden-Helikopter-Rettungsdienst aus Balzers besteht. Zusätzliche Rettungsflüge kann sowohl die Rega als auch der ÖAMTC verkraften. Mit anderen Worten, es ist genügend Kapazität in der Region vorhanden.
Für den Rettungsdienst aus Balzers gibt es keine Notwendigkeit. Damit wird nur die Lebensqualität in Balzers reduziert. Ich frage mich, warum werden solche irrwitzigen Projekte überhaupt erdacht, bewilligt und realisiert, wenn für eine Mehrheit der Bevölkerung nur Nachteile (Fluglärm in der Nacht) damit verbunden sind? Regiert hier mal wieder nur das Geld?

Prof. René Pawlitzek, Dipl. Infor- matik-Ing. ETH, Oberau 1, Balzers

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