Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Mein Freund der Baum

Jo SchädlerEschnerstrasse 64, Bendern | 17. Dezember 2018

Wenn dereinst; aber in hoffentlich nicht allzu langer Zeit im Grundbuch «an Stelle» der Namen der Mitglieder der Freien Liste, welche sich so für die Integration, mit ach so viel Herzblut und Anteilname ins Zeug legen, Namen wie: Abdul al ibn Hassan, Chandramal Chibani, oder Jussuf al Sahauri stehen, kön­nte ich mich für ihre Absichten eher begeistern. Aber so lange das, was diese Gutmenschen von sich geben, nur leere Worthülsen und Sozialgepiepe sind, welches dem Staat ihre Wünsche aufbürdet und das Einkommen ihrer hart arbeitenden Mitmenschen als Büchse der Pandora erachten, hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Engen Grenzen! Denn noch leben Murat Ükmin und Cem Josvic an der Landstrasse in alten verfallenen Hütten, oder zeisen dem Blöcklibesitzer bis ihnen die Bärte wackeln, ohne Aussicht, sich jemals ein Stück Liechtenstein erwerben zu können. Migration bis zur und nicht in die Scholle.
Nun hat sich auch noch ein Eigelbdiplomat für äussere Angelegenheiten aus Balzers zu Wort gemeldet und unterbereitet den weisen Vorschlag, Liechtenstein solle den Pakt vor der UN-Versammlung unterzeichnen, müsse aber damit seine Aussenpolitik ernst genommen würde, dabei dann schon noch ein Wörtchen dazusagen. Das ist in etwas, so, wie wenn einer ein altes Auto für einen überrissenen Preis ersteht und dann beim unterschreiben des Kaufvertrages aber noch anmerkt: Ich habe dann aber schon gesehen, dass Auspuff und Frontscheibe fehlen, die Reifen abgefahren, sowie keine Lampe brennt und damit dem Verkäufer klar macht, dass er nicht so dumm ist, wie jener vielleicht meine.
Einen diplomatisch wirklich gros­sen Wurf hätten wir beim Pariser Klimaabkommen landen können, indem wir das Abkommen mit der Begründung ablehnten, dass es zu wenig weit geht und den falschen Ansatz bietet. Zusammen mit Amerika und mit dem heute erkennbar nutzlosen Vertrag, hätten wir weit mehr erreicht wie mit 600 Lastwagen Kunstschnee.
Schön ist natürlich auch, wenn unsere Aussenministerin strahlend verkündet, dass man in Brüssel sehr zufrieden ist mit Liechtenstein. Wir also unsere Hausaufgaben pflichtbewusst wie Musterschüler erledigen. Doch hier liegt doch wohl ein grosses Missverständnis zugrunde, dem auch unsere Aussenministerin anheimgefallen ist. Nicht Brüssel muss mit uns zufrieden sein, sondern wir mit Brüssel. Bei so viel Unverstand für den diplomatischen Überlebenskampf bleibt eigentlich nur noch in den Wald zu gehen, einen Baum zu umarmen, um sich wieder zu erden.

Jo Schädler
Eschnerstrasse 64, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung