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Leserbrief

Wie kann eine Trambahn ange- trieben werden?

Joachim-Thomas Burmeister, Vorwerkstrasse 34, Dresden | 15. Dezember 2018

Hans Frommelt fordert in seinem Leserbrief, «massiv auf Elektroantriebe, sowohl bei Bahnen und Autos» zu setzen und schreibt: «Da wäre eine Trambahn mit Dieselmotoren wohl eher fehl am Platz.» Dem ist absolut zuzustimmen! Elektrische Trambahnen sind weltweiter Standard – und das schon lange, und das ist auch gut so! Trams mit Verbrennungsmotoren sind die absolute Ausnahme – und für Zukunftsprojekte indiskutabel. Die Frage ist nur, auf welche Art der Strom in die Bahnen kommen soll. Oberleitungen, aus denen der Strom über Stromabnehmer während der Fahrt abgenommen wird, sind die am weitesten verbreitete Technologie, die durch den hohen Stand des Entwicklungsniveaus reibungslosen und vergleichsweise preiswerten Betrieb verspricht, jedoch gibt es oft – nicht von der Hand zu weisende – ästhetische Gegenargumente hinsichtlich des Aufbaus, vor allem der Masten und des Kettenwerkes, von dem die eigentliche Fahrleitung herabhängt. Soll auf eine Fahrleitung verzichtet werden, ist denkbar, auf eine im Boden eingelassene Stromversorgung zu setzen, die in Frankreich entwickelt wurde und dort mit Erfolg eingesetzt wird («Alimentation par le sol») – dadurch, das nur die unter der Trambahn befindlichen, sehr kurzen Abschnitte jeweils stromführend sind, ist dieses System auch für Fussgänger sicher. Damit erübrigen sich tatsächlich Stromabnehmer und Oberleitung, jedoch ist das System nicht ganz billig. Eine auch preislich immer interessanter werdende Alternative sind im Fahrzeug eingebaute Stromspeicher, die nur an den Haltestellen mit einem kurzen Oberleitungsabschnitt aufgeladen werden – dafür bieten sich aufgrund ihrer enormen Ladezyklenfestigkeit Doppelschichtkondensatoren an («Supercaps»). Sollen die Bahnen nur an den Endpunkten geladen werden, würden wahrscheinlich eher z. B. Lithium-Titanat-Akkumulatoren infrage kommen – mit beiden Speichersystemen wurden und werden aktuell im Bahnbereich gute Erfahrungen gesammelt. Brennstoffzellen (aktuell oft im Gespräch), welche ebenfalls für lokal emissionsfreies Fahren sorgen würden, erforderten eine Versorgung des Fahrzeuges mit Wasserstoff, auch das ist machbar, aber noch nicht Standard. Fazit: Vieles ist möglich, die Technologie, Liechtenstein eine moderne Trambahn zu geben (auch ohne Oberleitung!) steht bereit und ist den Kinderschuhen bereits entwachsen, sodass nicht zu befürchten steht, für Unausgereiftes eine Menge Lehrgeld bezahlen zu müssen. Was genau zur Anwendung kommt, ist letztlich nur noch eine Detailfrage!

Joachim-Thomas Burmeister, Vorwerkstrasse 34, Dresden

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