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Leserbrief

Verbindendes im Unverbindlichen

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 14. Dezember 2018

Liest man die Argumente der Befürworter des Migrationspaktes – nicht nur in den Landeszeitungen – fallen Gemeinsamkeiten auf. Z. B. der häufige Hinweis, dass wir den Migranten Dankbarkeit schulden, wir von ihnen profitieren. Als die «Garanten unseres Wohlstandes» (!), wie sogar schon zu vernehmen war. Relativ oft findet sich auch die sinngemässe Aussage: Die Migranten holen sich bei uns nur, was wir ihnen gestohlen haben, ihnen ohnehin schuldig sind. Was ist davon zu halten? Zum Thema Dankbarkeit: Eine sehr einseitige Betrachtung. Aus eigenen «Migrantenzeiten» weiss ich: Immer sind Eigeninteressen im Spiel. So habe ich z. B. während meiner Zeit in Frankreich konkrete, eigene Interessen verfolgt. Garant des Wohlstandes der Grande Nation? Kein Gedanke! Auch sonst ist mir kein Migrant bekannt, der mit seiner Entscheidung zur Migration, wohin auch immer, nicht vordringlich eigene Interessen und Zielsetzungen verfolgt hätte. Zum zweiten Punkt. Habe ich geraubt, ausgebeutet und gestohlen? Die Antwort ist ein klares Nein! Weder in Afrika noch in Asien, nicht in Südamerika und schon gar nicht im Nahen Osten ist irgendjemand von mir ausgebeutet, beraubt oder bestohlen worden. Ebenso kenne ich keinen Menschen, der dort ausgebeutet, geraubt und gestohlen hat. Wer also sind diese «wir», von denen immer die Rede ist? Worum geht es bei diesen ganzen Anklagen? Immer um dasselbe. Die Taktik ist uralt. Die Menschen sollen sich schuldig fühlen, moralisch minderwertig. Menschen, die sich minderwertig, schuldig fühlen, sind leichter zu manipulieren. Sie wehren sich nicht und vor allem: Sie sind dadurch leichter auszunehmen! Noch etwas verbindet die Paktbefürworter. Man würde meinen, dass es unter ihnen viele geben müsste, die mit gutem Beispiel vorangehen. Ihr Hab und Gut und ihr Dach über dem Kopf also mit anderen teilen, für andere die Verantwortung übernehmen ohne Wenn und Aber. So eben, wie sie selbst es von den anderen fordern. Doch weit gefehlt. Einen zu finden, der seine «Ideale» vorlebt, bis zu dem Punkt, wo es richtig wehtut? Das ist die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Fast ausnahmslos sind sie die typischen Vertreter unserer Zeit: verantwortungsbefreite Hypermoralisten. Nächstenliebe und Barmherzigkeit delegieren sie an den Staat. Damit ausgerechnet noch an die Institution, die auf diesem Gebiet nur versagen kann. Die Gleichheit vor dem Gesetz ist damit tot. Das ist die Geburt des Unrechtsstaats.

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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