Leserbrief

Zur «Trambahn Oberland»-Idee des VCL

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 13. Dezember 2018

Der VCL zitiert in einer kürzlich veröffentlichten Lesermeinung in unseren Zeitungen den Schaaner Vorsteher, der meint: «Bevor wir neue Strassen in Betracht ziehen, brauchen wir ein (Verkehrs-)Gesamtkonzept für das ganze Land. Dann können wir entscheiden, wo was richtig ist.» In der Lesermeinung vom VCL wird die «FL–A–CH» wie gewohnt popularisiert. Am Schluss wird auf das VCL-Projekt «Trambahn Oberland, von Schaan bis Sargans» hingewiesen. So weit ist die Popularisierung für eine Trambahn durch Liechtenstein ja ok.
Der VCL verweist diesbezüglich auf ihr Inserat in der «Liewo». Die Investitionskosten sollen rund 300 Millionen Euro, in unserer Währung rund 350 Millionen Franken kosten, gemäss dem Inserat vom VCL. Die vorgeschlagene Trambahn kann gemäss VCL etwa 1200 Personen pro Stunde befördern. Da erwartet der VCL wohl ein Liechtenstein mit 100 000 Einwohner.
Die Trambahn auf Normal-SBB-Spur wird unter anderem mit einer Fotomontage schmackhaft gemacht.
Die Popularisierungsphase läuft nun schon bald 20 Jahre. Politisch betrachtet wären schon längstens Machbarkeitsstudien durch mindestens zwei unabhängige Ingenieurbüros fällig, damit man entscheiden kann, wo was richtig ist, wie der Schaaner Vorsteher fordert.
Solche Machbarkeitsüberlegungen bezüglich Streckenführung, der Vor- und Nachteile der SBB-Normalspur beziehungsweise der für Tram üblichen Meterspur, vergleichbar der RhB-Gleisanlagen, wurden bis heute noch nicht durchgeführt noch publiziert. Es geht noch um weitere Komponenten, die in Machbarkeitsstudien diskutiert werden müssten.
Die Bildmontage auf dem VCL-Inserat in der «Liewo» mit einem Tram vor dem Schloss Gutenberg in Balzers als auch die aufgezeigte Streckenführung bergen viel Diskussionsstoff. Der VCL muss da auf Fragen schon Antworten geben. Deshalb als Einstieg zuerst die Frage nach der Stromversorgung beziehungsweise Energieversorgung der Trambahn. Auf der Fotomontage fehlt der Pantograf beziehungsweise der Stromabnehmer und die Oberleitung, wie bei elektrisch betriebenen Bahnen und Tram üblich. Somit muss man annehmen, dass die vorgeschlagene Trambahn mit Verbrennungsmotoren angetrieben wird.
Die Energiestrategiestrategie der EU fordert für alle EU-Länder, dass die Treibhausgasemissionen bis in das Jahr 2030 um 30 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zurückgehen. Solches geht nur, wenn massiv auf Elektroantriebe, sowohl bei Bahnen und Autos gesetzt wird. Da wäre eine Trambahn mit Dieselmotoren wohl eher fehl am Platz.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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