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Leserbrief

Der Leserbrief – Ein kurzer Blick in die Seele!

Stefan Kemnitzer,Am Berg 3, Ruggell | 12. Dezember 2018

Die Augen: Sie sind das Fenster zur Seele. Die beste Möglichkeit, jemanden kennenzulernen, ist, ihm in die Augen zu schauen und zu erkennen, was sie über seinen emotionalen Zustand preisgeben.
Die Leserbriefe: Sie sind genau wie die Augen, sie eröffnen beim Lesen des Geschriebenen vieles, insbesondere Vermutungen, Mutmassungen, Interpretationen, Spekulationen über die Absichten, die Überzeugungen und die Persönlichkeits-Struktur der Schreiber/-innen. Rein faktisch und «sachlich» betrachtet, sieht man in den Leserbriefen, wie bei den Augen, nur die Farben Blau, Braun, Grau oder Grün, was die Themen, Inhalte und Autoren/Autorinnen betrifft. Nur gibt es auch die Möglichkeit, noch genauer hinzusehen. Sowohl bei den Augen, als auch bei den Leserbriefen kommen auch «emotionale Zustände», Überzeugungen und Absichten zum Vorschein. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir liebend gerne unsere Augen sprechen lassen – ganze Industriezweige machen damit gigantische Profite! Aber wieso machen wir das Gleiche mit Leserbriefen, «offenen Briefen», Kommentaren und Posts. Nur weil es so «einfach» geht, weil es die «Medien» dafür gibt?! Weil es fast schon so ist, wie seine eigene Zeitung zu besitzen, nur ohne die ganze Arbeit und das Risiko, sein Geld in den Sand zu setzen?! Weil man sich praktisch selbst seine Bühne bauen kann und dabei selbst den Scheinwerfer führt, welche bestimmten Teile der Bühne beleuchtet werden und so selbst für eben jenen Gesprächsstoff sorgt, welchen man im Zentrum der Aufmerksamkeit sehen möchte?! Wie ist es erklärbar, dass der Leserbrief für manchen sogar zum «Instrument» wird, selbst seinen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten die eigenen Ansichten näherzubringen?! Halten «Erklärungsversuche» wie, dass es in so einem kleinen Land schon mal passiere könne, dass einem die Decke auf den Kopf fällt oder man bei öffentlichen Veranstaltungen mit den eigenen Ansichten auf «taube Ohren» stösst und geflissentlich übersehen wird, einer «sachlich» seriösen Analyse eines Liechtenstein-Institutes stand?!
Es gibt einfach kein einfaches «Ja» oder «Nein»! Auch nicht auf die Frage, ob das Realisieren eines Kabaretts das bessere Ventil für «emotionalen Überdruck» ist, als das Schreiben von Leserbriefen. Und da es eh nur Platz für eine Kabarett-Bühne und eine beschränkte Anzahl von Menschen gibt, die sich dafür erwärmen können, wird es auch weiterhin in den Landeszeitungen heissen: «So viel Leserbrief muss sein!»

Stefan Kemnitzer,
Am Berg 3, Ruggell

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