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Leserbrief

Das Matterhorn, der Mount Everest und eine Empfehlung

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 10. Dezember 2018

Historische Ereignisse zu beurteilen und ihnen auch nur ansatzweise gerecht zu werden, ist an und für sich schon eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Allerdings eine unabdingbare, sollte es darum gehen, für die Gegenwart und Zukunft brauchbare Schlüsse zu ziehen. Notwendig dabei ist u. a. sicher, dass man zumindest den Versuch unternimmt, sich einigermassen in die damalige Zeit, den damaligen «Zeitgeist», das Denken und Fühlen der Menschen zur fraglichen Zeit zu versetzen. Bei denen, die sich darum bemühen, stellt man fest, dass ihre Schlussfolgerungen und Urteile in der Regel weniger anklagend sind. Sie sind sich weniger sicher, dass sie damals selbstverständlich alles anders gemacht hätten. Sie sprechen beispielsweise weniger schnell von «schamloser» oder «skrupelloser Ausbeutung» und bilden sich auch weniger ein, beurteilen zu können, wer nun wem genau wie viel und welchen Reichtum zu verdanken hat oder wer wem was schuldig ist. Bei manchen, wie Herrn Sigi Scherrer aus Vaduz z. B., sieht die Sache allerdings anders aus, wie seinem Leserbrief vom 7. Dezember zu entnehmen ist. Er steht offensichtlich mit beiden Beinen fest auf dem Gipfel des Matterhorns seiner eigenen moralischen Überlegenheit. Dazu ausgerechnet noch in einer Zeit, in der die Hypermoral ohnehin tagtäglich regelrechte Urstände feiert. Verbindet sich dieses Bewusstsein dann noch mit dem heutzutage allgegenwärtigen, sozialdemokratischen Weltbild, d. h. der Doktrin von der omnipräsenten Schuld der anderen, einem klassenkämpferischen Sendungsbewusstsein und der felsenfesten Überzeugung, grundlegende ökonomische Zusammenhänge auch langfristig ignorieren zu können, mutiert das Matterhorn zum Mount Everest. Empfehlung zum Migrationspakt: Lesen Sie das Konvolut zweimal. Erst als Steuerzahler und überlegen Sie sich dabei, was es bedeutet, wenn da wieder und wieder steht, was Ihre Pflichten sind. Wenn es heisst, Sie haben: zu achten, zu schützen, zu gewährleisten, zukommen zu lassen, zu schaffen, sicherzustellen, zu beseitigen, herzustellen, zu investieren, auszuarbeiten, umzusetzen, zur Verfügung zu stellen, zu verbessern, zu fördern, zu entwickeln, Regelungen zu treffen, anzuerkennen, zu erleichtern und Zugang zu gewähren. Und über viele Seiten vieles mehr! Und jetzt lesen Sie das Ganze aus der Sicht eines Migranten, weil Sie ihre Pflichten kennenlernen wollen. Sie stellen fest: Es gibt keine in diesem Pakt! (Jubel!)

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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