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Leserbrief

Unterschiede wie Granitfindlinge … und weiterträumen, bitte!

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 5. Dezember 2018

Hätte Herr Dr. Ospelt meine Leserbriefe aufmerksam gelesen, könnte ihm eigentlich nicht entgangen sein, dass ich mich zum «Migrationspakt» kritisch geäussert habe, zum aktuellen Massenansturm auf die sozialen Sicherungssysteme der westlichen Industriestaaten und zur undifferenzierten Verwendung des Migrationsbegriffs. Nirgendwo äus-sere ich mich negativ zur Migration als solche. Wie käme ich auch dazu? Tatsache ist und bleibt, es gibt feine Unterschiede. Und dann gibt es noch Unterschiede in der Grösse von Findlingen. Zum Beispiel? Ihre Grossväter, Herr Dr. Ospelt, die auswandern mussten, sind vermutlich am Sonntag in ihrer neuen Heimat angekommen und haben am folgenden Montag angefangen zu arbeiten, eigenverantwortlich ihren Unterhalt verdient. Ich wage die Behauptung, dass Zugangsmöglichkeit und Ausstattung zu sozialen Sicherungssystemen mit der Wahl ihrer Zielländer nichts zu tun hatte. Mein Vater kam mit Frau und zwei Kindern im Schlepptau an einem Sonntag aus Deutschland. Am nächsten Morgen ging er zur Arbeit. 4 Wochen später hat man ihm die ersten Sozialversicherungsbeiträge vom ersten Lohn abgezogen. Im Alter von 19 Jahren bin ich an einem Sonntag in Paris Orly gelandet und habe tags darauf um 7.30 Uhr meine Arbeit beim neuen Arbeitgeber angetreten. Ahnen Sie, Herr Dr. Ospelt, was vier Wochen später passiert ist? Vor etwas mehr als 30 Jahren, an einem Sonntag, ist meine Frau, von England kommend, in Liechtenstein «gelandet». Auch in diesem Fall ahnen Sie, Herr Dr. Ospelt, was am nächsten Tag passiert ist und was vier Wochen später.
Und nun wollen Sie und Herr Noah Oehri mir erzählen, dass das alles ein- und dasselbe ist, mit dem, was sich seit einigen Jahren an der europäischen Mittelmeerküste, in Deutschland, Schweden und einigen anderen Ländern abspielt? Bullshit!, wie der Russe zu sagen pflegt, meine Herren. Mehrere Millionen Neuankömmlinge in Europa, die auf absehbare Zeit zu einem grossen Teil keinerlei Aussicht auf eine Beschäftigung haben. Eigenverantwortliche Lebensführung in weiter Ferne. Sämtliche Lebenshaltungskosten zulasten von Kassen, in die sie nie auch nur einen Rappen einbezahlt haben (und zu einem erheblichen Teil wahrscheinlich auch nie werden)?
Und da fühlt sich Herr Oehri betupft, wenn ich von Raubzügen spreche? Ja, was ist es denn sonst? Die diesem Desaster zugrunde liegende Idee, «no borders, no nations» kein neues Menschenexperiment der linken Eliten, Herr Oehri? Ok, träumen Sie weiter.


Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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