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Leserbrief

Keine Fragen mehr

Mathias Ospelt, Mareestrasse 10, Vaduz | 3. Dezember 2018

Hoppala! Da bin ich mit meinem letzten Leserbrief doch tatsächlich mit dem linken Fuss in einen rechten Schmutzkübel getreten! So ein Pech! Doch so vorhersehbar und dadurch amüsant die Reaktionen waren, so war ich doch ein wenig überrascht über die etwas harsche Kritik an meinem Schreibstil. Dabei habe ich mich lediglich im Rahmen meiner Möglichkeiten an das Credo eines unserer Vorprediger der politischen Inkorrektheit gehalten, der zu Beginn dieses Jahres unwidersprochen schrieb: «Der Ruf nach Mässigung und Anstand kommt einem scheinheiligen Versuch gleich, Kritiker mundtot zu machen. Eine Demokratie lebt von Auseinandersetzungen. Übersensible Gemüter haben in der Politik nichts zu suchen.» Und: «Wer engagiert bei der Sache ist, der wird auch mal unsachlich und provokant klingen – das ist auch gut so!» Ich gehe daher davon aus, dass sich Ulrich Hoch ebenfalls noch per Leserbrief melden und mich verteidigen wird. Sonst wäre es doch etwas seltsam!
Dennoch tut es mir ehrlich leid, sollte ich – wie von einem Leserbriefschreiber vorgeschlagen – den Landtagsabgeordneten Herbert Elkuch beleidigt haben. Das war nicht in meinem Sinne. Ich fand und finde nach wie vor seine Aussage, dass Liechtenstein kein Einwanderungsland ist, falsch und die daraus entwickelte Schlussfolgerung zu banal. Nicht mehr, aber ganz bestimmt nicht weniger. Und ich bin leider etwas besorgt, dass diese Art der Argumentation in Zukunft den Massstab für kommende Landtagsdebatten bilden könnte. Es sollte schon noch einen Unterschied geben zwischen Leserbrief und Landtagsvotum. Denn – um nochmals Ulrich Hoch zu zitieren –: «Die derzeitige Leserbriefdebatte offenbart ebenfalls eine ideologische Indoktrination.» Aber: Ein Vorschlag zur Güte! Fragen wir doch unseren Landesfürsten, was er vom UN-Migrationspakt hält! SD Hans-Adam II. von Liech­tenstein ist ja der Vater des UNO-Beitritts Liechtensteins. Wer sonst als er kann uns den Inhalt und gegebenenfalls die Notwendigkeit des UN-Migrationspaktes erklären. Letztlich – zumindest habe ich das all die Jahre so verstanden – ist ja das Fürstenhaus ohnehin für die Aussenpolitik des Landes zuständig. In guten wie in schlechten Zeiten! Drum: Fragen wir ihn doch! Und sollte er für die Unterzeichnung sein ... Tja. Dann bin ich wirklich gespannt auf unsere mutigen Leserbriefscheiber. Denn nach oben tritt es sich bekanntlich weniger beherzt als nach unten!

Mathias Ospelt,
Mareestrasse 10, Vaduz

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