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Leserbrief

Was ist Humbug?

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 30. November 2018

Humbug ist zum Beispiel die Stellungnahme des Netzwerks für Entwicklungszusammenarbeit. Die dort angeführten Migrationsbeispiele mit den aktuellen Raubzügen auf die Wohlfahrtsysteme der westlichen Staaten zu vergleichen, zeugt entweder von einer beängstigenden Ignoranz oder von der Absicht, die Bevölkerung für dumm zu verkaufen. Wobei sich die Verklärung des gegenwärtigen Dramas wahrscheinlich auch dadurch erklärt, dass die Verfasser der Stellungnahme – von Ausnahmen abgesehen – Teil einer hauptsächlich mit Steuergeldern und Spenden finanzierten Sozialindustrie sind, in der gigantische Summen umgesetzt werden. Tendenz steigend! Offensichtlich sind hier vitale Eigeninteressen im Spiel. Nicht vereinbar mit einer ausgewogenen, realitätsnahen Benennung der Fakten. Humbug ist es auch, wenn vonseiten der Regierung zu vernehmen ist: «Kein Staat kann die globale Migrationsproblematik alleine lösen. Globale Probleme brauchen globale Antworten.» Reiner Populismus, und zwar linker zur Abwechslung einmal. Eine globale Migrationsproblematik gibt es nicht. Oder wo, bitte, sollen z. B. Russland oder China ein Migrationsproblem haben? Globale Antworten auf globale Antworten sind eine Illusion. Oder wo hat das in der Praxis je funktioniert? Auch heute noch kann jeder Staat sein Verhältnis zur Migration selbst klären, wenn der politische Wille und Mut dazu vorhanden sind. Streng nach Humbug riecht es auch, wenn uns Politikerinnen und Politiker, noch dazu mit umfassender Erfahrung im internationalen Geschäft, weismachen wollen, die Unterzeichnung des sogenannten Migrationspaktes entwickle keine verbindlichen Wirkungen. So etwas kann man nur behaupten, wenn einem der Respekt vor dem Denkvermögen der eigenen Bevölkerung gänzlich abhandengekommen ist. Wer als Politiker/-in konstatiert, dass die Frage über die Durchführung einer Sportveranstaltung eine Volksabstimmung zur Folge haben kann, muss dafür plädieren, dass angesichts der möglicherweise langfristig weitaus massiveren Auswirkungen dieses Migrationspaktes zwingend das Volk, der Souverän, zu befragen ist. Alles andere zeugt vom Verlust jeglicher Bodenhaftung. Damit zusammen hängt ein weiteres Merkmal der modernen, linken «Eliten»: Hand in Hand mit einer zunehmenden, offenen Geringschätzung und Verachtung für das Eigene, Nahe und Überlieferte, geht gleichzeitig eine Verherrlichung und Idealisierung alles Fremden, Fernen und Exotischen.

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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