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Leserbrief

Nur ein Patzer?

Harry Quaderer, Schaan, DU-Landtagsabgeordneter | 22. November 2018

Schon wieder hat der Parteisekretär der Vaterländischen Union bewiesen, dass er vielleicht besser darantäte, sich dem geschriebenen Wort fernzuhalten. Noch vor nicht allzulanger Zeit hat es ihn nämlich seinen «Liewo»-Chefredaktor-Posten gekostet, als er unbedacht einen Holocaust-Vergleich zum Besten gab. Dass er für seinen Patzer seinen Dienst quittieren musste, fand ich persönlich etwas hart, hätte man ihm doch auch anders klarmachen können, dass man als Journalist gewisse Regeln des Anstands und Wahrheit einzuhalten hat.
Letzteres glaubte ich jedenfalls bis letzten Samstag. Winkler scheint trotz Rausschmiss aus der «Liewo»-Redaktion immer noch nicht gross dazugelernt zu haben. Zwischenzeitlich darf er im «Vaterland» die mit «klar» betitelte Seite der VU mit seinen Weisheiten bereichern. Dass er dabei seine Sicht der Dinge tendenziell rosarot und bisweilen auch mal dunkelrot darlegt, ist für mich kein Problem. Der Grund, weshalb er dann ganz «hähle» und untergriffige Attacken gegen FBP-Regierungsmitglieder und Abgeordnete aller anderen Parteien ausser den Weissen fährt, ist wohl im Profil der neuen VU zu suchen.
Am vergangenen Samstag schien ihm dann die Person Harry Quaderer ein ganz grober Dorn im Auge gewesen zu sein.
Was war geschehen? Im Jahr 2014 stellte ich im Landtag den Antrag, dass Personen nach Art. 184a PGR nicht die gleich hohen Abgaben an die FMA auszurichten haben sollen wie ein volllizensierter Treuhänder. 500 statt 1000 Franken. Personen nach Art. 184aPGR arbeiten zum grossen Teil bei Treuhändern, haben auch nicht die gleichen gesetzlichen Befugnisse wie ein Treuhänder, zahlen aber 500 Franken an zusätzlichen Abgaben nebst den 1000 Franken der Treuhänder. Im Landtag begründete ich den Antrag noch etwas ausführlicher, worauf dieser dann auch mit 13 Stimmen – auch VU-Stimmen – gutgeheissen wurde!
Dass mir Winkler jetzt vorwirft, dass mein Antrag die Staatskasse mehr als eine halbe Million Franken gekostet habe, ist doch etwas sehr weit hergeholt, aber damit hat er wohl nur seinem politischen Freund Thomas Lageder der Freien Liste einen Gefallen tun wollen.
Inakzeptabel ist jedoch, dass Winkler nun suggeriert, man könnte diesem Umstand ja auch noch einen Artikel im «hoi du» unter der Rubrik «Ehrenwerte Herren» widmen. In der Rubrik «Ehrenwerte Herren» hat mein Parteikollege Jürgen Beck die Machenschaften von einigen strafrechtlich verurteilten Treuhändern und anderen Personen kommentiert. Dass nun Winkler 13 Landtagsabgeordnete für einen demokratischen Entscheid im Hohen Haus in die Ecke von verurteilten Dieben und Betrügern stellt, ist nicht mehr nur ein grober journalistischer Patzer, sondern ein geradezu verleumderischer Fehlgriff.
Bevor er wegen eines unangebrachten Vergleichs schon wieder seien Job verliert, möchte ich ihm empfehlen, seine politischen Schreiberkünste nur noch im «Wingertesel» auszuüben.

Harry Quaderer, Schaan, DU-Landtagsabgeordneter

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