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Leserbrief

«Kulturhaus Rössle» als Beispiel, wie es funktionieren kann

Dr. Marcus BüchelSchulstrasse 3, Nendeln | 17. November 2018

Es war ausserordentliches Glück für mich, bei einem erfolgreichen Kulturprojekt mitwirken zu dürfen. Ich war in den Vorstand des Fördervereins «Pro Rössle» berufen worden und gehörte diesem an; von den ungewissen Anfängen – die Abrissbewilligung für das Gebäude lag bereits vor – bis zu dessen Wiederauferstehung als «Kulturhaus Rössle». Die Erfahrung, die ich in Mauren gemacht habe, war, dass es mit Überzeugung und grosser Begeisterung, mit der Liebe zur Sache, viel Arbeit, einem guten Team und einem entschlossenen politischen Willen möglich ist, ein zum Untergang verurteiltes Kulturobjekt wiederauferstehen zu lassen. Voraussetzung dafür war, dass die Gemeinde die Liegenschaft käuflich erworben und der Vorsteher den Lead zur Rettung übernommen hatte. Die damaligen Zweifel und die Ablehnung gegenüber dem «alten Klump» sind heute natürlich völlig verschwunden. Die Maurer Bevölkerung ist stolz auf das in neuem Glanz erstrahlende ehemalige Dorfgasthaus, und Besucher von auswärts erlebt man in staunender Begeisterung.
Was hat die Maurer ihr Kultur­- haus gekostet? Die Gesamtsanierungkosten, inklusive dem völlig neu erstellten Mittelteil, betrugen 3,2 Millionen. 0, 7 Millionen trug der Denkmalschutz bei. Der Förderverein konnte 1 Million Franken an Sponsorengeldern auftreiben. Somit waren von der Gemeinde noch 1, 5 Millionen zu berappen.
In Nendeln steht eine denkmalgeschüzte Hofstätte von landesweiter Bedeutung. Seit Jahrzehnten verwittert und verlottert sie, für alle sichtbar an der nördlichen Ortseinfahrt. An der strassenabgewandten Seite erstreckt sich über 300 Meter bis zum Wald eine Wiese. Die Liegenschaft könnte über Bodentausch ins Eigentum der Öffentlichen Hand gelangen. Was würde eine Renovation inklusive Umnutzung zu neuem Leben kosten? Experten gehen von 4 Millionen aus. Da die Bedeutung des Anwesens als Kulturdenkmal als sehr hoch eingeschätzt wird, würde vom Denkmalschutz die Maximalförderung ausgeschüttet, das sind zwischen 1,2 und 1,5 Millionen. Dem Verein «pro s’Hagen Hus» wurden von Stiftungen Spenden in der Höhe von 1 Million in Aussicht gestellt. Verblieben für die Gemeinde 1, 8 Millionen. Mit dieser Investition würde sich das verlotterte Gebäude zur wunderbaren Stätte von Kultur und Begegnung wandeln lassen.
Ob angesichts der Mächtigkeit des Betrages, um welchen es bei der Abstimmung um das «Begegnungszentrum für Nendeln» geht (11,9 Millionen), derlei Argumente überhaupt Gehör finden können, darüber ist allerdings Zweifel angebracht.

Dr. Marcus Büchel
Schulstrasse 3, Nendeln

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