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Leserbrief

Wohin soll das Geld?

Erich Hasler, Demokraten Pro Liechtenstein (DPL) | 17. November 2018

Bei all den vielen Pro- und Contra-Argumenten betreffend das Begegnungszentrum «Clunia» scheint die Geldfrage eine untergeordnete Rolle zu spielen. Dabei ist Eschen finanziell alles andere als auf Rosen gebettet. Eschen gehört zu den Gemeinden mit den niedrigsten Pro-Kopf-Steueraufkommen im Land. Ohne die Finanzzuweisungen des Landes in Höhe von jährlich mehr als 9 Mio. Franken würden in Eschen und Nendeln die Lichter morgen schon ausgehen. Wenn junge Leute aus Nendeln für das Begegnungszentrum werben, dann darf an dieser Stelle auch an jene jungen Leute erinnert werden, die zwar ein baureifes Baugrundstück in der Gemeinde haben, aber nicht bauen können, weil dieses noch nicht vollständig erschlossen ist. Diesen Leuten teilt die Gemeinde dann regelmässig mit, dass sie zwar bauen können, aber die Erschliessungsstrasse selbst vorfinanzieren müssten. Meist geht es dabei um Beträge zwischen 0.5 und 1 Million Franken. Damit ist der Traum dieser jungen Leute vom eigenen Haus in unserem schönen Dorf schon ausgeträumt. Auch diese jungen Leute dürfen sich die Frage stellen, ob sie später hier leben möchten! (Gemäss Flyer «Ein schlagendes Herz im Dorfzentrum von Nendeln»).
Zu guter Letzt ist es eine politische Frage, in was man Geld investieren möchte. Persönlich bin ich der Auffassung, dass mehr Geld in die Erschliessung bestehender baureifer Grundstücke investiert werden sollte als in öffentliche Gebäude, deren Bedarf herbeigeredet werden muss und die weitere Folgekosten (Abwart, Instandhaltungs- und Unterhaltskosten) haben und den finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde weiter einschränken werden. Ich möchte nochmals die Frage stellen, ob ein «Zentrumshaus» für weniger Geld realisierbar wäre? Dies auch vor dem Hintergrund, dass seit Jahren der Umbau (Neubau) des Eschner Gemeindesaals geplant ist, sogar in Verbindung mit dem Umbau des gesamten Verwaltungsgebäudes. Die Planer rechnen für dieses Vorhaben mit mehr als 16 Millionen Franken.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Diskussion für und wider «Clunia» auf breiterer Basis und tiefgründiger geführt worden wäre. Von den beiden Vorsteherkandidaten, die als Gemeinderäte den Beschluss für das Begegnungszentrum «Clunia» mitgetragen haben, hätte ich erwartet, dass sie sich in die öffentliche Diskussion einbringen und zu solchen Fragen, wie oben aufgeworfen, Stellung beziehen. Schliesslich wollen die beiden Herren die Gemeindepolitik zukünftig gestalten und mitbestimmen.
Vielleicht noch ein Hinweis zu den vielen Aktivitäten auf den verschiedenen Plätzen von Eschen und Nendeln, welche in Leserbriefen erwähnt werden. Das Aufzählen dieser Veranstaltungen ist das eine, die Teilnahme der Eschner und Nendler Bevölkerung das andere.

Erich Hasler,
Demokraten Pro Liechtenstein (DPL)

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