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Leserbrief

Anmerkung

Doris Quaderer,Chefredaktion,dquaderer@volksblatt.li | 23. Januar 2016

Sehr geehrte Frau Schöb,
sehr geehrter Herr Mechnig,
sehr geehrter Herr Kindle,
können Sie mir auch nur eine Zeitung nennen, die alle Leserbriefe abdruckt?
Sie haben etwas grundsätzlich falsch verstanden. Hier geht es nicht um Zensur, sondern um Meinungsvielfalt. Und die ist schlicht nicht gegeben, wenn eine Handvoll Leserbriefschreiber die Leserbriefspalten für sich beansprucht. Leserbriefe sind in Liechtenstein sehr wichtig und haben sehr hohe Priorität. Ich wünsche mir, dass sich möglichst viele Leserinnen und Leser kritisch zu Wort melden, politische Diskussionen anstossen, auf Missstände hinweisen oder gesellschaftliche Themen beleuchten. Wenn sich einzelne Personen bemüssigt fühlen, sich zu allem und jedem zu Wort zu melden, dann wird das mit der Zeit langweilig. Schreiben Sie lieber 5 gute Leserbriefe als 50 mittelmässige. Dann werden sie abgedruckt – und auch eher gelesen.
Wenn Meinungsfreiheit bedeuten würde, dass alle Medien, die aus dem Steuertopf Fördergelder erhalten, alle Leser-, Hörer- oder Zuschauerkommentare aufnehmen müssten, dann würde dies heissen, dass auch Radio L und 1FLTV verpflichtet wären, eine Rubrik Hörer- bzw. Zuschauermeinungen einzuführen. Und auch Gratiszeitungen wie die «Lie:Zeit» und die «Liewo» müssten alle Leserbriefe abdrucken, denn auch sie werden mit Steuergeldern unterstützt.
Und ich kann Sie beruhigen: Wenn wir versuchen sollten, kritische Leserbriefe gegen die FBP zu unterdrücken, dann würde das ziemlich schnell auf uns zurückfallen. Schliesslich gibt es in unserem Land auch noch andere Medien und das Internet – und genau dieser Mix macht echte Meinungsfreiheit aus.

Doris Quaderer,
Chefredaktion,
dquaderer@volksblatt.li

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