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Leserbrief

Starke Auslastung, aktives Dorfleben?

Erich Hasler, Demokraten Pro Liechtenstein | 15. November 2018

Zur Zeit gibt es sechs Nendler Vereine: Den Männerchor Nendeln, die Elternvereinigung Nendeln, Frauengymnastikgruppe Nendeln, Karate-Club Nendeln, «Nendla rund ums Johr» und den Verein Young Stars. Da die Gymnastikgruppe und der Karate-Club wohl besser in einer Turnhalle aufgehoben sind, stellt sich die Frage, ob es für die Bedürfnisse der übrigen Vereine tatsächlich ein Begegnungszentrum für 12 Millionen Franken braucht, oder ob etwas Bescheideneres den Zweck nicht auch erfüllen könnte. Ausserdem gibt es in Eschen bereits die Aula der Primarschule Eschen mit hervorragender Bühnentechnik, zum Beispiel für die Young Stars. Mit einer guten Koordination und Organisation lassen sich die in genügender Zahl vorhandenen Räumlichkeiten nutzen, wenn man nur wollte. Klar ist natürlich, dass nicht jeder Wunsch eines Vereins nach einem eigenen Lokal erfüllt werden kann. Dass der Männerchor (circa 20 Mitglieder) ein anständiges Probelokal hat oder bekommt, steht für mich ausser Diskussion.
Was die Entlastungsfunktion für den angeblich zeitweise ausge­buchten Eschner Gemeindesaals angeht, so darf man sich fragen, wie viele Anlässe von Dorfvereinen übers Jahr hindurch im Gemeindesaal stattfinden. Diese paar Anlässe können problemlos eingeplant und koordiniert werden. Es ist wesentlich wirtschaftlicher, mittels einer guten Planung den Eschner und Nendler Vereinen den Gemeindesaal zur Verfügung zu stellen, als Millionen in einen weiteren Aufführungsraum zu investieren.
Wie viele Begegnungsräume und öffentliche Plätze für Veranstaltungen braucht Eschen/Nendeln eigentlich? Seit vielen Jahren stellen sich die Behörden und Planer die Frage, wie das Zentrum in Eschen belebt werden kann. So geschehen beim Bau des Gesundheitshauses, bei der Standortfrage der Migros oder im Zusammenhang mit der Überbauung des Kreuzareals. Bis heute hat man kein Rezept für die Belebung des Zentrums gefunden. Öffentliche Plätze für Veranstaltungen gibt es ebenfalls zur Genüge, so zum Beispiel der Dorfplatz, der St. Martinsplatz, der neue Festplatz, der Platz beim Mehrzweckgebäude (Maibaumfest), das Sportparkareal, der Schulhausplatz in Verbindung mit der Römervilla in Nendeln. Wie viele Veranstaltungen finden auf diesen Plätzen statt und wie werden diese von der Eschner und Nendler Bevölkerung besucht/genutzt? Das Sportfest zum Beispiel findet mangels Interesses nicht mehr statt!
Die bisherige Erfahrung in Eschen zeigt eindrücklich, dass durch den Bau von öffentlichen Plätzen und Zentren die Verhaltensweise der Gesellschaft nicht geändert werden kann. Folglich bleiben auch die behaupteten positiven Effekte, wie aktives Dorfleben, attraktive Dorfmitte, reines Wunschdenken. Die bisherigen Bemühungen i.S. Zentrumsbelebung sind alle gescheitert!

Erich Hasler, Demokraten Pro Liechtenstein

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