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Leserbrief

Gegenpol zur Meinungshoheit der Leitmedien

Urs Kindle,Binzastrasse 51, Mauren | 23. Januar 2016

Den einfachen Bürgern werden Schritt für Schritt die Freiheiten genommen. Global. Unter dem Deckmantel des Guten. Ja, die Welt ist auf dem Weg in die («scheingerechte», scheinheilige, aber brandgefährliche) Weltdiktatur – ob wirs glauben wollen oder nicht.
Gerade auch deshalb ist es meines Erachtens höchst bedenklich, dass jetzt das «Volksblatt» (siehe Ausgabe vom 21. Januar) die (umfassende) Meinungsfreiheit bezüglich Leserbriefen einschränkt. Gewiss, ohne üble Absicht. Doch die ungute Wirkung bleibt dieselbe. Die «Volksblatt»-Chefredaktion veröffentlichte nämlich am Donnerstag eine Art Leserbrief-Grundsätze. In Form eines ausführlichen Artikels (Titel: «Für lesenswerte Leserbriefspalten»). Darin heisst es unter anderem, das «Volksblatt» werde Leserbriefe mit religiösem Inhalt ab jetzt jeweils am Samstag oder vor einem Feiertag veröffentlichen. Also unter anderem nicht mehr in der Donnerstag-Hauptausgabe. Offensichtlich gelten religiöse Themen als weniger wichtig.
Des Weiteren tut die Chefredaktion des «Volksblatts» im besagten Artikel kund: «Leserbriefschreiberinnen und -schreiber, welche sich häufig zu Wort melden, müssen damit rechnen, dass nicht alle Leserbriefe abgedruckt werden.» Dazu hier ein Kommentar von meiner Wenigkeit: Unsere Landeszeitungen sollen doch bitte alle Leserbriefe abdrucken – solange diese in ethisch-moralischer Hinsicht in Ordnung sind. Liechtenstein möge Liechtenstein bleiben. Das heisst unter anderem: Unsere prächtige liechtensteinische Leserbriefkultur soll doch bitte weiterhin so demokratisch gedeihen wie bisher. Wozu Verschlimmbesserungen?! Die vom «Volksblatt» aufgelisteten neuen Leserbrief-Grundsätze sind teils gefährlich restriktiv. (Übrigens, wann gilt ein Leserbrief als «lesenswert»?) Das «Volksblatt» möge sich doch bitte von dieser überflüssigen, reglementarischen Veränderung distanzieren. Weil sie die Demokratie einschränkt. Und weil niemand gezwungen ist, Leserbriefe zu lesen. Lassen Sie doch bitte so weit möglich, den Bürgern das ungefilterte Sprachrohr in seiner vollen Grösse. (Auch wenn es gewissen Leuten nicht passt.) Denn eine dem Bürger gewährte volle Meinungsfreiheit als Gegenpol zur Übermacht und Meinungsdiktatur der Leitmedien ist mehr als nur fair. Ja nötig. Wie gesagt: Die Geschichte lehrt allzu deutlich, wohin es führen kann, wenn man den freien Bürgern den Mund verbietet – beziehungsweise teilweise zuhält.

Urs Kindle,
Binzastrasse 51, Mauren

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