Leserbrief

Glaubwürdigkeit der Diskussion

Bruno Hälg, Im Wingert 3, Schaan | 12. November 2018

Mit Interesse verfolge ich die Debatte um Pro und Kon’s der «Tour de Ski», sei dies durch Studium des BuA, der Abstimmungsunterlagen, durch Besuch von Podiums- und anderen Diskussionen, oder das Lesen von Leserbriefen.
Interessant dabei ist die Debatte um Umweltschutz, CO2 Emissionen. Vor allem aber ist es die Glaubwürdigkeit der vorgebrachten Argumente. Ich habe mich in den letzten 10 Jahren beim Bau eines 8 Mia EUR Infrastruktur-Projektes genau mit diesen Fragen beschäftigt. Wir konnten den Beweis erbringen, dass das Projekt nachhaltig positive Auswirkungen auf die Natur hat.
Die LGU äusserte die Meinung, dass Kompensation erst gemacht wird, wenn der Schaden schon angerichtet sei, und dies ja nur Schadenbegrenzung sei. Da bin ich ganz anderer Meinung. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass man Kompensationsmassnahmen auch freiwillig machen kann, auch dann, wenn kein Schaden erfolgt ist. Gute Kompensations-Massnahmen sind im Regelfall sehr viel hilfreicher und mit nachhaltig positiver Auswirkung für die Umwelt. Ich denke, das die Haltung der LGU positiv kritisch sein sollte und von der Aussage «Wir überprüfen eure Versprechungen» begleitet sein sollte.
Bei der Diskussion werden die Argumente von den Kritikern immer wieder verdreht oder so gebraucht wie es eben einfach passt. Ich bin überzeugt, dass viele von ihnen die zur Verfügung stehenden Informationen gar nicht gelesen haben, die werden schlichtweg ignoriert.
So vertritt zum Beispiel die «DU – die Unabhängigen» seit Längerem die Meinung, dass das ganze Thema Ökologie und Klimawandel von der Menschheit frei erfunden ist, lädt dazu namhafte Referenten ein und vermittelt uns dadurch den Eindruck, dass wir keinen Umweltschutz brauchen. Genau das Thema Umweltschutz wird aber von der gleichen Gruppierung wieder hervorgezogen, wenn es um das Verhindern eines Sportanlasses geht – es wird einfach so argumentiert, wie es gerade passt. Für mich ist diese Haltung in keinster Weise glaubwürdig. Man kann glauben und vertreten, was man möchte, aber dann bitte konsequent, sowohl in der Aussage als auch im Handeln. Daher wäre die Antwort von «DU» ehrlicher zu sagen: «Ich will nicht –I mag ned.» Dies wäre wenigstens ehrlich und würde in Übereinstimmung mit dem Handeln der letzten Jahre stehen. Die ganzen Argumente von «DU» sind weder konsistent nach stichhaltig, sie sind zum grössten Teil in den publizierten Dokumenten widerlegt – man müsste einfach nur lesen (und darf auch kritisch hinterfragen). Die Glaubwürdigkeit der «DU» ist aber mit dieser Debatte endgültig dahin geschmolzen wie der Schnee in der Frühlingssonne.
Man kann die Meinung vertreten, die man gerne möchte. Aber wenn man anfängt zu argumentieren, dann sollte man dies faktenbasiert machen und nicht die Fakten verdrehen oder ignorieren. Und wenn man dazu noch etwas lernen will, dann sollte man den Anlass «Tour de Ski» in Vaduz machen. Nur so kann man aufzeigen, was die Massnahmen gebracht haben und auch Gelerntes wieder auf andere Projekte, egal auf welchem Gebiet, anwenden. Ergreifen wir diese Chance. Ich jedenfalls bin persönlich dem Anlass gegenüber sehr positiv eingestellt – Ich bin JA.

Bruno Hälg,
Im Wingert 3, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung