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Leserbrief

Das Literaturhorn

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 24. Oktober 2018

Das samstägliche «Liechtensteiner Vaterland» vom 20. Oktober legt auf Seite 5 dar, dass der Kuh das Horn zu mehr als nur zum Kampf dienen würde. Gut, die Kuh hat natürlich mehr als nur ein Horn. Genau genommen und wenn man beim Zählen keine Fehler gemacht hat, sind es deren zwei. Aber wer zählt schon bis zum Schluss, nämlich auf zwei? Auf der Folgeseite «Parteienbühne» legt dann dafür die Landtagsfraktion der Freien Liste dar, wie gut und wie schnell sie zu zählen imstande ist. Als Erstes zählt sie auf, wo die DU politisieren würde. Nämlich am rechten Rande. Demnach und nach ihrem unfehlbaren Urteil ganz rechts aus­sen. Hernach zählt sie auf, was sich der VU-Fraktionssprecher Vogt, dem die Freie Liste den Durchblick abspricht, alles für grosse und kleine Fehler und Patzer erlaube und schmiert ihm dabei frech Jaques Tati unter die Nasenlöcher. Nun eben jener Tati hat auch herausgefunden, dass «Der grösste Aberglaube der Glaube an die Vorfahrt ist». Eine Vorfahrt, die sich die Freie Liste gerne einfach so zugesteht und behauptet, sie hätten im Gegensatz zu allen andern politischen Gruppierungen auch in einem turbulenten Moment politischer Debatten einen kühlen Kopf bewahrt und nicht einfach aus Frust oder aus irrationaler Lust, Revanche mittels Retourkutschen geübt. So kann man das Schweigen, weil einem die Argumente fehlen, natürlich auch verzuckern.
Zu diesen politischen Eierwerfen kommt der Leserbrief einer Bäuerin aus Schaan gerade richtig, die da behauptet, sie und ihr Mann, der Bauer selber, hätten schon vor 30 Jahren ihren Kühen die Hörner heruntergeschlagen und sie beobachteten dazu seit nunmehr 30 Jahren, wie glücklich die Kühe dabei waren und wohl immer noch zu sein vorgeben. Nun, wie misst man das Glück einer Kuh? In der Landi ist kein Kuhglücksmessapparat aufzufinden und dass eine Kuh eher selten lacht, müsste sich auch bei den Landwirten langsam, aber sicher herumgesprochen haben.
Obwohl, ein noch ganz frischer Zwischenfall könnte schon den einen oder anderen Kuhstall ausser Rand und Band und die Kühe zum Brüllen vor Lachen gebracht haben. Nämlich, dass sich Liechtensteins Botschafter für unsere Glückmomente, also die Boten für das Erwirtschaften von unserem Geld, sprich Wohlstand, inklusive dem Regierungschef Hasler, ausgerechnet in ein «Literaturhaus» in Frankfurt verirrt hatten, die Geschäfte anzukurbeln. Tati sagt dazu: «Beobachten und Lachen sind die wichtigsten Tätigkeiten, die man ausüben kann. Das eine ergibt sich aus dem andern.»

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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