Leserbrief

Dilemma der Politiker – Teil 2

Dr. med. univ. Harald Rudolf Eckstein,Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen,... | 18. Oktober 2018

Ein einfaches Beispiel, um bestimmte Vorgehensweisen bei einem Problem darzustellen.
Eine Firma versorgt altmodisch Liechtenstein mit Brunnenwasser, wie gesagt wird, bestens und ganz zentral am Dorfbrunnen. Da kommen andere Anbieter mit neuen Ideen. Diese werden kurzerhand mit jahrelangem Anbieterstopp abgewehrt; nur wegen der angeblichen höheren Kosten. Weil das System der Brunnen so bewährt sei und bestens ist, werden die Anbieter später durch eine Bedarfsplanung limitiert – wegen der Kostensteigerung.
Doch trotzdem steigen die Kosten und der Preis, der zu zahlen ist. Die Bürger aber merken, dass das Wasser im Ausland besser und billiger ist – und holen es sich dort.
Einige Mitarbeiter der Firma erkennen dies und machen sich daran, aus der Firma auszutreten und Spezialwässer in neuen Flaschen anzubieten. Nachdem sie vergeblich versucht haben, für ihre Spezialwasseridee öffentliche Gelder zu bekommen, machen sie es privat.
Ein Fachmann ins Land aus dem Ausland zurückgekehrt, macht schon lange vorher Vorschläge, wie eine zentrale Wasserversorgung mit Leitungen für alle machbar wäre und dies eigentlich eine wesentliche Aufgabe der Firma wäre. Als dieser ungehört in den zuständigen Gremien der Firma dies im Leserbrief schreibt, versichern Präsidenten und Politiker und andere wichtige Leute in Stellungnahmen, dass alles bestens sei und für solch utopische Sachen Liechtenstein zu klein sei.
Trotzdem, muss man sagen, wird fast geheim die Firma für 30 Millionen Franken und noch mehr Investitionen angeblich verbessert. Um dann aber doch wichtige Abteilungen in der Firma zu schliessen.
Die bisher ungefragte und nicht informierte Bevölkerung muss und will nun das Wasser im Ausland holen.
Alles nicht schlimm, sagen zunächst diese wichtigen Leute wieder, ...denn ... wir kooperieren mit allen Nachbarn im Ausland bestens. Nach 15 Jahren etwa, sind einige Gutachten und Daten erhoben worden und die wichtigen Leute, auch Politiker z.B., beginnen sich zu fragen, ob Leitungswasser eine Staatsaufgabe sei, für so ein kleines Land mit circa 40 000 Einwohnern, ... was man unter Leitungen versteht, ... warum so viel Geld ins Ausland getragen wird, ... ob nicht doch die alten Brunnen oder ein neuerer gut wären, ... ob sich eine Wasserleitung bei der jetzigen geringen Nachfrage lohnt usw.
Solche Argumente wurden in der «Liewo» von Politikern nicht über eine Firma, sondern über das Spital in Liechtenstein als Kommentar veröffentlicht (Firma ist dabei das Spital oder die Gesundheitsausführenden oder Anbieter; Wasser, Brunnen und Leitungen sind die Dienstleistungen im Gesundheitswesen).
Hoffentlich zeigt dieser Vergleich die über 15-jährigen Schwierigkeiten auf. Dabei habe ich ein Konzept, wie man das Spital aufbauen könnte und wo, schon in früheren Leserbriefen vor Jahren öffentlich gemacht. Auch wie man demokratisch und ... mit ... dem Volk Vorschläge dazu ausarbeiten könnte, wurde von mir einmal im Leserbrief dargestellt. Sozusagen ein neues Gemeinschaftswerk – Gesundheitversorgung 2030 – zusammen auf den Weg bringen, das sei nochmals wiederholt. Ich meine auch, wir haben in Liechtenstein wirklich wichtigere Dinge für zukünftige Generationen zu organisieren, als beispielsweise Sternmärsche.

Dr. med. univ. Harald Rudolf Eckstein,
Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen, Facharzt für Allgemeinmedizin Sozialmedizin,
Rätikonstrasse 37, Vaduz

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