Leserbrief

Dilemma der Politiker – Teil 1

Dr. med. univ. Harald Rudolf Eckstein, Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen,... | 17. Oktober 2018

Seit fast 20 Jahren versucht man fachspezifisches Wissen in der Gesundheitsversorgung, das leider nicht vorhanden ist, umsonst in jeglicher Hinsicht, fast überall in Institutionen und in privaten Gesprächen darzulegen. Letztlich aus Verzweiflung, weil es ja um Menschenleben geht, muss man kostenfrei ganze Konzepte zur Verbesserung der schlechten Gesundheitssituation im Lande in Leserbriefen darstellen.
Alles führt in beinahe 20 Jahren nur dazu, dass Politiker nun ihre verschiedenen Wünsche und Irrtümer darstellen und immer noch prinzipiell fragen, ob Liechtenstein eine Gesundheitsversorgung mit Spital braucht, und wenn ja, ob in einer alten Klinik oder einer privaten OP-Station. Siehe «Liewo»-Artikel. Immerhin nimmt man langsam zur Kenntnis, dass nun auch Ärzte und fast jede Art medizinisches Personal und die Patienten in andere Länder gehen.
Nun wird doch tatsächlich der Fehler gemacht, immer noch zu sagen, dass das Gesundheitswesen in Liechtenstein hervorragend sei und wegen der nun endlich teilweise festgestellten Daten am Tiefpunkt einer Versorgung und Schliessung von ganzen Grundabteilungen eines Spitals zu wenig Liechtensteiner Nachfrage vorhanden wäre.
Wir brauchen eine neue Gesundheitsversorgung:
Diese gehört zu den originären Aufgaben eines Staates. Neue notärztliche, stationäre, ambulante und hausärztliche Grundversorgung. Ein neu zu bauendes Krankenhaus der Grundversorgung – in ganz Europa genau definiert – gehört nicht nur dazu, sondern muss in unserem Land zentral sein. Die zwei vorhandenen sind von Lage und Zustand nicht geeignet.
Dies schon vor vielen, vielen Jahren im Leserbrief geschrieben. Und noch vieles Genaueres mehr. Und auch schon mehrmals, wie nun wieder, dazu aufgerufen, sich zusammenzutun und etwas zu machen. Ich war und bin immer noch bereit, mein Fachwissen einzubringen. Denn hätte man damals mit mir angefangen, das Gesundheitssystem zu erneuern, hätten wir es heute schon im Land gemacht gehabt.

Dr. med. univ. Harald Rudolf Eckstein, Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen, Facharzt für Allgemeinmedizin Sozialmedizin, Rätikonstrasse 37, Vaduz

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