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Leserbrief

«Nachhaltige Gemeindeentwicklung»? Oder lieber «Öfter mal was Neues?

Klaus Schädler,Hagstrasse 12, Triesenberg | 17. Oktober 2018

Zitat aus der aktuellen Triesenberger Homepage: https://www.triesenberg.li/unsere-geschichte/siedlungsform/ – «Die Weiler weiten sich mehr und mehr aus und wachsen zusammen, sodass der eigentliche Weilercharakter nur noch vereinzelt zu erkennen ist. Eine durchdachte und nachhaltige Ortsplanung ist deshalb von grosser Bedeutung für die künftige Gemeindentwicklung.» Ende Gemeinde-Homepage-Zitat. Nun zur Vorgeschichte:
• Umfahrungsstrasse Triesenberg: In den 1970er-Jahren planten vom Land Liechtenstein bezahlte «kluge Köpfe» eine Umfahrungsstrasse für Triesenberg. Die vorgesehene Linienführung: Rüteltirank-Sütigerwis-Matteltiwald-Steinest-Obergufer (heutiger Schulhaus-Standort). Der damalige Gemeinderat war mit der Linienführung einverstanden (!). Hätte ich damals nicht das Referendum ergriffen, würde die Umfahrungslandstrasse heute durch das erwähnte, idyllische, ruhige Wohn- und Naherholungsgebiet führen.
• Weilercharakter beibehalten: Bei den in den 1990er-Jahren mit der Triesenberger Bevölkerung durchgeführten «Workshops» wurde gewünscht, dass bei der sich in Ausarbeitung befindlichen Zonenplanung der Weilercharakter beibehalten werden soll. Als im Jahr 2000 die Triesenberger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der heute geltenden Zonenplanung zustimmten, gehörte der Wald zwischen dem Weiler Sütigerwis und dem Weiler Rütelti noch der Gemeinde Triesenberg. Der rund 60 Meter breite Waldstreifen trennte die beiden Weiler auf «natürliche Art».
• Bodentausch mit Triesen: Zur Erweiterung der Sportanlage Leitawis tauschte die Gemeinde Triesenberg mit den Triesnern das oben erwähnte Weiler-trennende Waldstück. Das Waldstück wurde damals auch deshalb an die Triesner abgetreten, weil Wald nicht oder nur aus triftigen Gründen gerodet werden darf und weil der dortige Waldstreifen die erwähnten Weiler auf eine natürliche Art trennt.
• Neu: Wald roden und Weiler-Trennung aufgeben? Der heutige Triesenberger Gemeinderat will nun das damals abgetretene Waldstück von den Triesnern zurück, das 60 Meter breite Waldstück hinter und über der ehemaligen IPAG AG roden, dort den Bau von Gewerbebetrieben fördern und den heute noch bestehenden Weilercharakter von Sütigerwis aufgeben.
Wie sinnvoll und nachhaltig frühere Entscheide und Ansichten sind, werden die Triesenberger Stimmbürger/-innen am kommenden Wochenende entscheiden.

Klaus Schädler,
Hagstrasse 12, Triesenberg

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