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Leserbrief

Ubi bene, ibi patria (Bibel) = Heimat und nur eine Staatsbürgerschaft

Giorgio EndrizziSchwefelstrasse 28, Vaduz | 15. Oktober 2018

Ich sehe in der Presse die Meinungen für oder gegen die Doppelstaatsbürgerschaft. Mit meiner Meinung möchte ich den biblischen Spruch erwähnen: Niemand kann zwei HERREN dienen. Deshalb finde ich richtig, dass das Betreiben von ausländischer Parteienpolitik hier in Liechtenstein verpönt ist. Es gibt aber solche Aufrührer, die nur, um persönlichen Interessen zu verfolgen, dies tun. Leider wird das geduldet. Es gab im März 2018 Wahlen in Italien, und ein gewisser Stigliano, ein bekennender Kommunist, (es ist ein Rätsel wie er den Wohnsitz in Vaduz bekam), bewarb sich als Senator im Italienischen Parlament. Er wurde nicht gewählt, weil er durchschaut wurde. Warum sollen wir hier politisch in Italien was bewegen, wenn wir hier arbeiten, leben und unsere Freunde haben. Absurd: Ein Türke in Berlin schreit «Ich bin Deutscher aber Erdogan ist mein Präsident.» Wollen wir das auch? Eben, meine Heimat ist, wo ich gut lebe. Und ich lebe hier. Das ist meine Heimat. Ich fühle mich verpflichtet meine Mitwirkung für meine Heimat, wo ich lebe, wo ich Freunde habe, usw. Es stimmt, ich habe 1971 die Italiener Vereinigung gegründet, um für den Italiener die menschlichen Rechte, die jeder christlichen Familie zustehen, zu erreichen. Dabei war ich u. a. m. Initiator des Sozial-Abkommens zwischen Italien und Liechtenstein, usw. Aufgrund vom EWR haben wir praktisch im sozialen Bereich die gleichen Rechte wie Liechtensteiner. Ich sehe nicht ein, warum 2 Staatsbürgerschaften. Ich bin im Norden von Italien geboren, kam am 20.4.1967 mit Arbeitsvertrags und Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung nach Liechtenstein und wurde fürstlich empfangen. Die Bewunderung für Liechtenstein aus dieser Erfahrung ist gleich geblieben. Vor Jahren wurde ich einfach eingebürgert. So habe ich nun ein Zuhause. In den 114 Länder, die ich besuchte, habe ich stets meine Heimat als Paradies bezeichnet und oft einige negative Vorurteile über Liechtenstein wahrheitsgemäss kommuniziert und positiv dargestellt. Mit «Ubi bene, ibi patria» will ich sagen, dass ich mit «bene» nicht nur den wirtschaftlichen Aspekt sehe. Die zwischenmenschliche Atmosphäre, die Gesetze, die allgemeine Moralvorstellung sind ein ebenso wichtiger Aspekt. Mit der Abgabe meines früheren Passes habe ich deutlich bewiesen, dass ich für meine neue Heimat einstehe, ohne Wenn und Aber. Liechtensteiner sein bedeutet, u. a. m. Frauen nicht verachten durch aufgezwungene Verhaltensformen, bzw. die Frauen als gleichwertige Menschen zu betrachten. Ich habe gelernt und gelebt, mich völlig zu integrieren und anzupassen. Darum habe ich viel Anerkennung auch beruflich bekommen. Das war nicht umsonst, sehr früh habe ich den Kontakt zu den Einheimischen gesucht und gefunden, überall mitgemacht und mitgewirkt, mich ständig weitergebildet, deshalb ist es mir gut gegangen. Meine Heimat ist hier. Mit dem Liechtensteiner Pass brauche ich keinen zweiten. Ich finde es richtig, einen Pass abzugeben, wenn man dort nicht mehr zu Hause bist.

Giorgio Endrizzi
Schwefelstrasse 28, Vaduz

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