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Leserbrief

Hilfe Neni

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 8. Oktober 2018

«Mit Geld kann man Glück kaufen, aber es ist eine angenehmere Form des Elends». – Mike Milligan. Wahrscheinlich hat Mike in der Sonntags-Liewo die Auswürfe der Parteivorzeigegesichter zu jener Sorte Parteienwählergunstmeinungen gelesen, der man das übersinnliche Mysterium: «Wir ersaufen im Geld» geben müsste. Eine Groteske höherer Güte, dafür mit viel Sozialschwung, der dann bei den nächsten Wahlen gebührend zu honorieren wäre. Es erstaunt nicht, dass einzig der Mann der Unabhängigen im Geldsegen den Überblick wahrt und versteht, dass eben nur einem «Seckel» ein voller Geldseckel Unbehagen bereitet und eben jener «Seckel» Tag und Nacht darüber sinniert, wie er es wieder verputzen könnte. Mit dem Geld, das heute so vulgär und dekadent über den Kassenrand schwappt, solle in die Zukunft investiert und weiter gespart werden, so wenigstens der kluge «DU»-Mann. Inzwischen brauchen wir mehr Arbeitsplätze wie Einwohner, um das bisschen Wohlstand, das wir glauben zu haben, halten zu können. Ein weltweit einmaliger Zustand aus dem zwei Erkenntnisse zu gewinnen sind. Zum einen; was sind das wohl für himmeltraurige Arbeitsplätze, dass es so viele davon braucht, um über die Runden zu kommen? Im Mirakel: «Mehr Arbeitsplätze wie Einwohner» ist zu ahnen, dass es ohne Grenzgänger, zum Beispiel in einer Familie mit Vater, Mutter zwei Kindern, auch wenn alle schaffen gingen, es noch nicht reichen würde. Und man müsste entweder auf den Friedhof gehen und dort den Neni ausgraben, damit auch er noch hilft, unseren Wohlstand zu sichern, oder aber das System der Römer mit der lukrativen Sklavenhaltung weiter in Betrieb halten. Zum andern kommen wir nicht darum herum verstehen zu lernen, dass möglicherweise dem Liechtensteiner immer noch eine genetisch bedingte Trägheit innewohnt, dass er so viel fremde Arbeitskraft einsetzen muss, damit er sein Butterbrot schmieren kann. Hier sei an Landvogt Schuppler erinnert, der über uns nach Wien meldete: «Wenn der Schöpfer erst voriges Jahr sein Schöpfungswerk vollendet und die ersten Menschen zur Cultur des Bodens angesetzt hätte, so könnte man nicht weiter zurückseyn.» Nun was Rot, Schwarz, Weiss und Durchsichtig bei ihren Konstruktionen wie das Geld wieder zu versauen wäre fehlt, ist das Erkennen mit wie viel Verlusten an Lebensqualität wir den Schmalztopf gefüllt haben. Denn bald ist der Liechtensteiner jene arme Sau, die sich im eigenen Land, das es bald nicht mehr ist, nicht einmal mehr ein Stück Boden für den Hausbau leisten kann.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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