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Leserbrief

Koranversteher?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 5. Oktober 2018

Das neue Buch von Manfred Schlapp regt erwartungsgemäss die Gemüter. Einige erregt es sogar. Und zack, wie könnte es anders sein, spriesst auch schon, in Balzers beginnend, der erste Korankenner aus dem heimischen Türken­acker. Und es kommt von dem, was kommen muss. Die gute alte Bibel wird hervorgezogen, darin geschmökert, um in ihr ums Verrecken eine Passage zu finden, mit welcher man die Tötungsanleitungen legitimieren kann, die der Koran seinen Gläubigen abverlangt. Da wird dann herumgeschustert, Kulturen ohne Rücksicht auf deren Eigenarten und in völliger Unkenntnis einfach vermischt und durcheinandergeknetet, und zwar auf einem geistigen Niveau, da müsste sich jeder Stammtisch schämen. Einfach auf Kosten der Bibel mit Suren herumfuchteln und von Religionsfreiheit faseln, ist des christlichen Abendlandes unwürdig. Wenn das Gefuchtelte darin endet, eine Leserbriefschreiberin dazu zu verwenden, andere in die Pfanne zu hauen, zeugt das nicht gerade von göttlichen Eigenschaften. Und wenn dieser Sittenwächter über Moral und Anstand die Zeitung auch noch anmahnt, ihre Journalisten sollen dem einen oder anderem sein Maul verbieten, dem eigenen aber Gehör verschaffen, zeugt das von einer seltsamen Gabe, die ihm der Herr im Himmel in die Windeln miteingepackt hat.
Doch da haben wir Christen gros-ses Glück. Der Himmel ist uns immer gnädig und vergibt. Ja mehr noch: Er führt uns so dann und wann vor, wo wir mit unserer Glaubens- und Religionsfreiheit gelandet sind. In einigen Dörfern wurde die Kirche gezwungen, das Morgengeläut von fünf entweder auf sechs oder sieben Uhr zu verschieben, oder ganz abzustellen. Meist waren Hotels oder Wirtshäuser in Kirchennähe die Treiber für diesen Frevel, der einem Streben nach Faulheit und Müssiggang gleichkommt. In der Zwischenzeit sind die meisten Gasthäuser entweder dem Erdboden gleichgemacht, verriegelt oder tscharri gegangen. So ist es eben ein Kreuz mit dem Kreuz, das aber immer noch steht und uns unserer Dummheit annimmt. Jene Dummheit zum Beispiel, welche uns beseelt, wenn wir die Kreuze aus öffentlichen Räumen entfernen, um andere Religionen ja nicht zu beleidigen. Adolphe Desbarolles sah schon 1850 die Flut der Südländer, die nach Europa strömen, so: «Und der Süden wird dann erwachen und neu erstehen, aber nur durch die weiblichen Tugenden, die Fantasie und Liebe, und von Neuem wird es den Norden erhellen, und dieser findet wieder seine männliche Tugend, die notwendige Arbeit.» Ausser man schläft bis Mittag um zwölf.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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