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Leserbrief

Respekt vor Eva Rieger

Paul Vogt, Palduinstrasse 74, Balzers | 4. Oktober 2018

Vorausgeschickt sei, dass ich Frau Rieger nicht persönlich kenne, aber Respekt vor ihr habe. Wie von ihr in einem Leserbrief versprochen, hat sie mir auf Anfrage die E-Mail von Manfred Schlapp vom 5. September 2018 geschickt. Die E-Mail ist betitelt mit «ein Fundstück», der Text enthält weder eine Anrede noch eine Grussformel, sondern den Hinweis auf eine Internetseite des «Liechtensteiner Volksblatts», auf der Leserbriefe aus den letzten Jahren nachgelesen werden können. Schlapp kommt dann auf den «Geisteszustand» von Frau Rieger zu sprechen, der in einem Leserbrief vom Oktober 2015 dokumentiert werde. Dieser Leserbrief wurde (wen erstaunt’s?) von Schlapp selber verfasst. Er fasste darin die schlimmsten (und blödsinnigsten) Ehrverletzungen anderer Leserbriefschreiber genüsslich in einem einzigen zusammen. Mit dem in der Betreff-Zeile genannten «Fundstück» war sein Leserbrief gemeint. Für den Fall, dass Frau Rieger ihn nicht mehr haben sollte, schickte er ihr diesen noch einmal. Manfred Schlapp behauptet erneut, es gebe die E-Mail vom 5. September 2018 nicht. Mich hat Frau Rieger von deren Existenz überzeugt.
Ich meine, dass Frau Rieger in ihrem ersten Leserbrief vom 29. September 2018 («Brücken bauen, nicht zerstören») sachlich argumentiert hat und zu religiöser Toleranz aufrief. Sie wies auf das Grundproblem hin: Schlapp möchte den Koran als verfassungswidrig erklären, gerät damit aber in Konflikt mit der Religionsfreiheit. Deshalb schlägt er eine Neuinterpretation der verfassungsmässig gewährleisteten Religionsfreiheit vor.
Eine kritische und offene Auseinandersetzung mit dem Koran ist notwendig. Wer den Koran liest, sollte sich aber bewusst machen, dass es seit Jahrhunderten für viele Suren unterschiedliche Interpretationen gibt. Was wären die Folgen, wenn man den Koran für verfassungswidrig erklären würde? Soll man den Koran und den Koranunterricht verbieten? Und wie hält man es mit vergleichbaren Aussagen in der Bibel? Auch dort finden sich Stellen, die die Steinigung von Homosexuellen und Ehebrechern verlangen sowie den Tod von Ungläubigen, die Christen vom Glauben abbringen wollen.
Zum Schluss möchte ich an die Verantwortung der Redaktionen erinnern: Mir kommt die Galle hoch, wenn Leute wie Schlapp, Jo Schädler und Co. ehrverletzend über andere Leute herziehen. Es ist mit den ethischen Grundsätzen des Journalismus unvereinbar, Leserbriefe mit eindeutig ehrverletzendem Inhalt durchzuwinken.

Paul Vogt,
Palduinstrasse 74, Balzers

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