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Leserbrief

Türkenstand?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 27. September 2018

Da gab es einst in Sevelen drüben einen berühmten Mann, der mit einzigartigen Fähigkeiten versehen war. Er beherrschte wie kein anderer auf der Welt, einen ganzen Mohrenkopf mitsamt dem Silberpapier in das Maul zu stopfen und auf einmal hinterzuschlucken. Hatte er genügend Publikum und Mohrenköpfe, konnte er es auch zehnmal machen. Diese ganz besonders talentierte Gabe machte ihn bis weit über die Gemeindegrenze hinaus berühmt und noch heute wird von ihm respektvoll erzählt. Trotz dieser Berühmtheit mit seinem einzigartigen Können, blieb er zeitlebens ein bescheidener Mann, was uns stets Ansporn und Vorbild sein sollte. Leider aber erkennt der Mensch von heute die Kraft solch urbaner Leistungen nicht mehr und er lässt sich allzu gerne von den Medien, vor allem von den Fernsehprogrammen, programmieren. So schwingt er sich heute gerne ein in die ­Schar umprogrammierter Schafe, welche einen Fussballer in den siebten Himmel loben und ihn als Gott ­dafür verehren, dass er viele Millionen Franken kassiert, nur weil er zufällig einen Ball in ein fast fünf Klafter grosses Loch geschossen hat. Der «Seveler Güscht», so der Name des berühmten Mohrenkopffressers, hat seine Leistung um Gottes Lohn der Menschheit vermacht.
Diese zwei gesellschaftlichen Erscheinungen kommen einem unweigerlich in den Sinn, wenn wir das bunte Treiben auf der politischen Bühne in unserem Lande betrachten. Einem Fussballstar nahe, glauben einige, aus der Partei austreten zu können, um dann schon Parteienfinanzierung einzuheimsen, noch ohne jemals ein klaftergrosses Loch getroffen zu haben. Davon, einen ganzen Mohrenkopf samt Silberpapier gefressen zu haben, ganz zu schweigen.
Dafür wird ihnen ihre politische Zukunft auf einem wunderbaren Silbertablett schon vorbestimmt. So liess es sich der Zukunftserforscher Herr Frommelt vom Liechtenstein Institut nicht entgehen, die neuen «Demokraten Pro Liechtenstein» einer gründlichen Analyse zu unterziehen. Mit einer für jene verheerenden Gesamtbetrachtung. Obwohl noch keinen Furz und Pup gelassen, wären sie aus der Mitte zu verjagen und ganz klar auf die «Rechte» Seite zu stellen. Das wird die DPL so schlucken müssen, darf aber jetzt nicht den Fehler machen, mit dem rechten ausgestreckten Arm zu zeigen, wie hoch so im August der Türken schon gewachsen ist. Denn das Ergebnis nach dieser Bestimmung klebt nun so fest auf dem silbrigen Tablett, fester wie ein sonnengereifter Mohrenkopf an seinem Silberpapier, und wird nicht mehr abzuschlecken sein.


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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