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Leserbrief

Das zauberhaft politische Handwerk der Demokraten pro Liechtenstein

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 26. September 2018

Eben noch hat der Abgeordnete Herbert Elkuch im Radio L rosamundig verkündet, man wolle mit den DU nicht auf Konfrontation gehen. Aber heute schon kommt einem dazu unweigerlich Heinz Erhard in den Sinn, der sich gerne so ausdrückte: «Ei, was bin ich heute wieder für ein Schelm», oder wie Konrad Adenauer stets sagte: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.» Denn am Montag standen sich diese neuen Demokraten und die Vertreter der DU im Landgericht gegenüber. Kläger: Die neuen «Demokraten pro Liechtenstein». Und der sagenhafte Grund: «Tief beleidigt», weil sie nicht mehr bei den Unabhängigen sein dürfen. Stolze 30 000 Schweizer Franken, der für diesen Gerichtsfall der Kläger angesetzte Streitwert, um ihren ungeheuerlichen und tief sitzenden Schmerz abzumildern. Oder geht es nur darum, die Gunst der Situation zu nutzen, noch schnell Geld in den politischen Umlauf zu zaubern? Man kann gespannt sein, was sich dieses neue politische Häufchen in Zukunft alles ausdenken wird, ihre Politik für die Menschen in Liechtenstein, zusammen mit dem Landgericht in eine für sie einträgliche Symbiose zu zwingen. Den Staat sinnlos beschäftigen, um sich ihr jetzt schon zu erahnendes demokratisches Durchsetzungsvermögen vom Landgericht verbriefen zu lassen, verheisst nichts Gutes für den Frieden und für die Menschen in diesem Lande.
Die Beschwörungen des Parteienvorstandes der Neuen, nichts mit der Klage zu tun zu haben, wirken auf einen Kenner der Vorgänge geradezu abstrakt. Die Verbundenheit der Kläger mit dem jetzigen Vorstand war in der Phase grosser Turbulenzen während ihrer DU-Zugehörigkeit sehr innig und von Liebe und Hörigkeit geprägt. Wendet sich nun der Vorstand der neuen Partei von den Klägern ab, fällt er ihnen entweder in den Rücken, oder er lässt sie im Regen stehen, oder er benutzt sie einfach als Geldeintreiber. Auf jeden Fall müsste er sich die Frage gefallen lassen, warum er die Klage nicht verhindert hat, oder nicht verhindern konnte oder wollte. Hermann Hesse hätte ob solch infamer Diabolie die Erkenntnis erlangt: «Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.»


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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