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Leserbrief

Nackte Ziegelperversion

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 20. September 2018

Dass sich der Untergang der Menschheit ausgerechnet in einem Haufen von Plastikabfällen vollziehen muss, das hat sie sich so auch nicht erträumen lassen. Lieber hätte sie wohl gar keinen Untergang. Aber jenem wird wohl schwer auszuweichen sein. So ein paar Jahrzehnte noch wie Stephan Hawkins dargeboten hatte, und dann ist der Globus wieder frei von Menschenfleisch und kann sich endlich erholen. «Noch nie war der Mensch satter, noch nie war er gieriger», meint Rolf Peter Sieferle in seinem Buch «Finis Germania», das er grad so gut «Finis Globulus» hätte nennen können. Und statt «Mensch» hätte er auch «Liechtensteiner» schreiben dürfen.
Von den unzähligen und riesigen Müllkippen der Erde, meist in Entwicklungsländern, liegen viele direkt am Meer. Bei jedem Windhauch treiben dort gewaltige Mengen Plastikteile, auch solche aus Europa, weit in die Weltenmeere. Auf der grössten Halde für Elektroschrott in Ghana landen monatlich bis zu 800 Container mit unserem Wohlstandmüll. Von den endlosen Gewächshäusern in Spanien, wo auch unsere Tomaten reifen, wehen täglich Tonnen von brüchigen Folienfetzen ins blaue Mittelmeer. Wer glaubt, dass sich daran jemals etwas ändern wird, der sollte eine zweite Staatsbürgerschaft auf dem Mond beantragen.
Um die Welt dennoch zu retten, haben gewiefte Gangster die CO2-Folterzange erfunden. Vor allem, um damit viel Geld zu verdienen. Und vollständig gehirngewaschene, wie Urs Kindle sie treffend analysiert, benutzen sie auch noch bei jeder Gelegenheit, sich als Umweltwichtel hervorzutun. Es ist schon sehr drollig, wenn der «Weisse» im Landtag schwätzt, die Schneekanonen in Malbun wären zu genehmigen, aber eine Umweltverträglichkeitsprüfung müsse er dann schon noch haben. Oder dass der andere meint, wenn die Regierung schon viel Geld für eine Schigaudi mitten in Vaduz ausgibt, dürfe man nicht «Nein sagen». Vor so viel Perversion und falschem Ränkespiel ein Unsinn schlechthin, im Landtag überhaupt noch Schauspiele über Umwelt und CO2 abzuhalten.
Ohnehin droht der Vaduzer 800 000-Franken-Stützligaudi Ungemach, wenn der Muototaler Ameisenschmecker recht hat. Nach ihm wird es an diesem Datum schneien wie die Sau, oder aber der Föhn würde so stark blasen, dass die restlichen Ziegel auch noch vom Ziegelhaufen herunterflattern und er dann endlich ganz nackt dasteht. Also so, wie Gott ihn geschaffen hat. Und Sieferle meint weiter: Keine Gesellschaft glaubte je so sehr an die Politik; keine verachtete die Politiker so gründlich.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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